Heiliger des Monats November 2018: Heiliger Apostel Andreas

Der »Heilige des Monats November« ist der heilige Apostel Andreas. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 30. November. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

»Gegrüßet seist du, o Kreuz, das du durch den Leib Christi geweiht und von seinen Gliedern wie mit kostbaren Perlen geschmückt wurdest. Bevor der Herr dich bestieg, hattest du irdische Angst eingeflößt. Jetzt hingegen bist du mit himmlischer Liebe ausgestattet und wirst deshalb wie eine Gabe empfangen. Die Gläubigen wissen von dir, welch große Freude du besitzt, wie viele Geschenke du bereithältst. Nun komme ich sicher und voller Freude zu dir, damit du auch mich unter Jubel als Jünger dessen empfängst, der an dich gehängt wurde… O seliges Kreuz, das du die Majestät und Schönheit der Glieder des Herrn empfingst! … Nimm mich, führe mich weit weg von den Menschen und gib mich meinem Meister zurück – auf daß mich durch dich derjenige empfange, der mich durch dich erlöst hat. Gegrüßet seist du, o Kreuz; ja, sei wahrhaft gegrüßt!« (Aus der Passion des hl. Andreas, 6. Jhdt.)

»Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer (Markusevangelium 1, 16); er stammte aus Bethsaida – heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien – (Johannesevangelium 1, 14) oder aus Kafarnaum – – ein heute abgegangener Ort am See Gennesaret (Markusevangelium 1, 29). Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes‘ des Täufers (Johannesevangelium 1, 35 – 40). Im Kreise der zwölf Jünger wird er an unterschiedlichen Stellen in der Rangfolge genannt. Nach dem Markusevangelium (13, 3) gehörte er zu einem der nur vier Jünger, denen Jesus eine Rede über die Endzeit mitteilte. Bei der Speisung der 5000 nach dem Johannesevangelium wies er auf den Jungen mit den Broten und Fischen hin (6, 8f). Nach Johannesevangelium 12, 22 war er zusammen mit Philippus der Fürsprecher für Griechen, die Jesus sehen wollten; er scheint also über gute Griechischkenntnisse verfügt zu haben. Er war beim Abendmahl in Jerusalem, bei der Himmelfahrt und an Pfingsten anwesend, sonst wird er nicht besonders genannt. Nach Pfingsten bildete er möglicherweise mit seinem Bruder Petrus ein Missionspaar, auch wenn er in der Liste der Apostel (Apostelgeschichte 1, 13) erst als vierter genannt wird, Petrus aber natürlich als erster. Die Legende lässt Andreas dann das Evangelium in Pontus und Bithynien südlich des Schwarzen Meers in Kleinasien, in Thrakien, in Epirus und in der Achaia in Griechenland sowie in den Donauländern verkündigen. In Mirmidonia – möglicherweise in Thessalien gelegen – befreite er demnach den gefangenen Matthias und gab dem Geblendeten das Augenlicht wieder. Zahlreiche weitere Wunder, Heilungen und Erweckungen werden berichtet. Schließlich hielt er sich in der Achaia auf, baute Kirchen und bewirkte zahlreiche Bekehrungen. Spätere orientalische Überlieferung nennt auch Kurdistan und Armenien als sein Missionsgebiet, die Kirche von Georgien gedenkt seiner Ankunft und Missionsarbeit in ihrem Land. In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenübergestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk, himmlisches Licht verhüllte den Sterbenden. Ägeas verhöhnte ihn, wurde daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und starb, ehe er sein Haus wieder erreichte. Maximilla ließ Andreas mit großen Ehren bestatten.« (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zum heiligen Apostel Andreas

Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche den heiligen Apostel Andreas als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben.  Erhöre unser Gebet und gib, dass auch die Kirche unserer Tage  die Macht seiner Fürsprache erfahre. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

Eucharistische Anbetungsstunde und Gebet um Geistliche Berufe

Im Sinne von Mt 9,38 „Bittet den Herrn der Ernte“ beten wir am letzten Donnerstag des Monats um guten und ausreichenden Nachwuchs in den verschiedenen geistlichen und kirchlichen Berufen und Berufungen. Wir erinnern uns aber auch daran, dass alle Christen Berufene sind, und mit ihrem Leben der in Taufe und Firmung grundgelegten Berufung zum gemeinsamen Priestertum Ausdruck geben sollen. Eine Antwort auf Gottes Ruf.

Herzlich laden wir am Donnerstag, 25. Oktober 2018, ein, vor dem Allerheiligsten Anbetung zu halten und Gott, unseren barmherzigen Vater, um Arbeiter für seinen Weinberg zu bitten. Die eucharistische Anbetungsstunde findet nach der Feier der heiligen Messe statt, die um 18.00 Uhr beginnt.

Sonntag der Weltmission: Älteste weltweite Kollekte für die Ärmsten

Der Weltmissions-Sonntag ist die größte Solidaritätsaktion unseres Planeten: Direkt im Auftrag des Papstes sammelt an diesem Tag die ganze Kirche weltweit für die ärmsten Diözesen und Länder. Die Gründerin der Päpstlichen Missionswerke, Pauline Jaricot, hat betont, dass jeder – ob reich oder arm – den Ärmsten der Armen an diesem Tag helfen soll: mit dem persönlichen Gebet und mit einer Spende. Der Weltmissions-Sonntag ist die älteste  Kirchenkollekte der Welt, mit der zielgenau dort geholfen wird, wo die Not am größten ist. Die Missio-Sammlung am Weltmissions-Sonntag ermöglicht, dass die jungen Kirchen in den ärmsten Ländern der Welt leben und weiter wachsen können. Jedes Gebet und jeder Euro, der gegeben wird, dienen dazu, dass sich in einem Land des Südens Priester, Ordensschwestern und Laien für ihre Mitmenschen einsetzen können.

Papst Franziskus schreibt in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2018:  „Diese Weitergabe des Glaubens, die der Kern der Sendung der Kirche ist, geschieht also durch ein ‚Ansteckt-werden‘ seitens der Liebe, wo immer Freude und Begeisterung den neuentdeckten Sinn und die Fülle des Lebens zum Ausdruck bringen. Die Verbreitung des Glaubens durch Attraktivität erfordert offene, von der Liebe geweitete Herzen. Der Liebe können keine Grenzen gesetzt werden: Stark wie der Tod ist die Liebe (vgl. Hld 8,6). Und solche Weitung führt zur Begegnung, zum Zeugnis, zur Verkündigung; sie schafft Gemeinschaft in der Liebe zu allen, die fern vom Glauben, diesem gleichgültig, manchmal ablehnend und feindlich gegenüberstehen. Menschliche, kulturelle und religiöse Milieus, denen das Evangelium Jesu und die sakramentale Gegenwart der Kirche noch fremd sind, stellen die äußersten Peripherien dar, die ‚Grenzen der Erde‘, zu denen die missionarischen Jünger Jesu seit seiner Auferstehung gesandt sind, in der Gewissheit, dass sie ihren Herrn immer bei sich haben (vgl. Mt 28,20; Apg 1,8). Das ist mit Missio ad gentes gemeint. Die trostloseste Peripherie einer Menschheit, die Christus braucht, ist die Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben oder gar der Hass gegen die göttliche Fülle des Lebens. Jede materielle und spirituelle Armut, jede Diskriminierung von Brüdern und Schwestern ist immer eine Folge der Ablehnung Gottes und seiner Liebe.“

Herzlich laden wir am Weltmissionssonntag, 21. Oktober 2018, ein zur Feier der heiligen Messe in der Benediktskapelle im Haus der Begegnung, die um 18.30 Uhr beginnt. Nach dem Gottesdienst besteht die Möglichkeit, Schokoladepralinen und saure Fruchtgummitierchen zu erwerben, und damit Projekte in der Mission zu unterstützen.

Seliger des Monats Oktober 2018: Seliger Karl aus dem Hause Österreich

Der »Selige des Monats Oktober« ist der Selige Karl aus dem Hause Österreich. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 21. Oktober. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

„Die entscheidende Aufgabe des Christen besteht darin, in allem Gottes Willen zu suchen, zu erkennen und danach zu handeln. Dieser täglichen Herausforderung stellte sich der Staatsmann und Christ Karl aus dem Hause Österreich. Er war ein Freund des Friedens. In seinen Augen war der Krieg ‚etwas Entsetzliches‘. Mitten in den Stürmen des Ersten Weltkriegs an die Regierung gelangt, versuchte er die Friedensinitiative meines Vorgängers Benedikt XV. aufzugreifen. Von Anfang an verstand Kaiser Karl sein Herrscheramt als heiligen Dienst an seinen Völkern. Sein ernstes Bestreben war es, der Berufung des Christen zur Heiligkeit auch in seinem politischen Handeln zu folgen. Dabei war ihm der Gedanke der sozialen Liebe wichtig. Sei er uns allen ein Vorbild, besonders denen, die heute in Europa politische Verantwortung tragen!“ (Predigt des hl. Papstes Johannes Paul II. bei der Seligsprechung, Petersplatz, 03.10.2004)

»Carl Franz Joseph Ludwig Hubert Georg Otto Maria, geboren am 17. August 1887, war ein Großneffe des österreichischen Kaisers Franz Josephs I. und wurde Thronfolger, da Kronprinz Rudolf 1889 Selbstmord begangen hatte und Erzherzog Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo ermordet wurde. Nach einer militärischen Ausbildung studierte er zwei Jahre lang Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität in Prag. Am 21. Oktober – daher der Gedenktag – 1911 heiratete er Zita von Bourbon-Parma. Nach dem Beginn des I. Weltkrieges unternahm Karl zahlreiche Frontbesuche und Sondermissionen, 1915 wurde er Generalmajor, 1916 Feldmarschallleutnant. Als Kaiser Franz Joseph im November 1916 nach 68 Regierungsjahren mitten im Krieg starb, wurde er als Kaiser Karl I. sein Nachfolger. Ende Dezember 1916 folgte in Budapest die Krönung als König Karl IV. von Ungarn. Im März 1917 wandte sich Kaiser Karl I. über den Bruder seiner Frau, Sixtus, der in der belgischen Armee diente, unter strengster Geheimhaltung an die Entente, um einen Friedensprozess einzuleiten; dabei anerkannte er den Anspruch Frankreichs auf das Elsass und auf Lothringen, was Deutschland schwer verärgerte, weil man ja wegen der Bündnistreue zu Österreich in den Krieg gezogen war. Folge dieser Bemühungen um Frieden – nach ihrem Bekanntwerden als Sixtus-Affäre in die Geschichte eingegangen – war das Gegenteil des Erstrebten: eine noch engere Bindung an Deutschland und dessen Kriegsziele – bis hin zur Billigung des verheerenden Gifgas-Einsatzes. Auch in der Innenpolitik versuchte Karl I. sich als Reformer, er richtete ein Ministerium für Soziale Fürsorge und ein weiteres für Volksgesundheit ein, berief den Reichsrat – das Parlament – erstmals seit 1914 wieder ein, und verkündete eine Amnestie für politische Verbrechen. Im März 1918 versuchte die österreichische Regierung in geheimen Gesprächen mit den USA einen Sonderfrieden zu erwirken, aber die Amerikaner stellten Bedingungen, die einer Auflösung Österreich-Ungarns gleichkamen. Im September 1918 schlug die österreichisch-ungarische Regierung in einer Friedensnote an Alle die Aufnahme von Verhandlungen über einen Verständigungsfrieden vor, aber die Alliierten wiesen den Vorschlag scharf zurück. Der amerikanische Präsident Wilson erklärte, dass man keine Verhandlungen mit Vertretern des kaiserlichen Deutschlands und Österreich-Ungarns führe und forderte zum Sturz der Monarchien in beiden Ländern auf. Zwischen Oktober und November 1918 vollzog sich dann der Zusammenbruch der Donaumonarchie, zahlreiche Länder erklärten ihre Unabhängigkeit und bildeten eigene nationale Regierungen. Karl weigerte sich, als Kaiser abzudanken. Erst im November unterschrieb er eine Erklärung, in der er auf seine persönliche Teilnahme an den Regierungsgeschäften verzichtete. Er lebte dann zunächst unter britischem Schutz auf Schloss Eckartsau in Niederösterreich, ab März 1919 im Exil in der Schweiz. Karl, der als König von Ungarn nie formell abgedankt hatte, versuchte nun, die Monarchie in Ungarn – auch mit militärischen Mitteln – zu restaurieren, deshalb wurde er 1921 von den Siegermächten auf die portugiesische Insel Madeira in die Verbannung geschickt, wo er am 1. April 1922 an einer Lungenentzündung starb. Karls Leichnam wurde in der Kirche do Monte auf Madeira beigesetzt. Auf seinem Sarg stehen Worte aus dem Vaterunser: Fiat voluntas tua – Dein Wille geschehe. Der Bischof von Madeira und der spätere österreichische Bundespräsident Niklas regten bald nach Karls Tod den Seligsprechungsprozess für den frommen Mann und Märtyrerkaiser für den Frieden seiner Völker an; der Prozess wurde 1954 eröffnet, am 3. Oktober 2004 erfolgte die Seligsprechung, nachdem das dazu notwendige Wunder geprüft worden war: eine aus Polen stammende, in Brasilien tätige Nonne habe in den siebziger Jahren für die Seligsprechung Karls gebetet, woraufhin sie auf medizinisch nicht nachvollziehbare Weise geheilt worden sei.« (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zum Seligen Kaiser Karl

Seliger Kaiser Karl, du hast dein schweres Amt und alle schwierigen Herausforderungen deines Lebens als Auftrag Gottes übernommen und in deinem Denken, Entscheiden und Handeln allein dem Dreifaltigen Gott vertraut.

Wir bitten dich, tritt bei Gott für uns ein und erflehe uns Vertrauen und Mut, damit wir selbst in menschlich aussichtslosen Situationen nicht verzagen,
sondern gläubig den Weg Christi gehen.

Erbitte uns die Gnade, unser Herz vom Herzen Jesu formen zu lassen. Steh uns bei, damit wir uns für die Armen und Notleidenden mitfühlend und tatkräftig einsetzen, unerschrocken für den Frieden im Kleinen und in der Welt kämpfen und unser ganzes Leben in jeder Lage hoffnungsfroh in Gottes Hand legen, damit wir alle wie du zu Ihm gelangen durch Christus unsern Herrn. Amen.

Heilige des Monats September 2018: Heilige Mutter Teresa

Die »Heilige des Monats September« ist die Heilige Mutter Teresa. Ihren Gedenktag feiert die Kirche am 5. September. Ihre Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

„Ich bin ein Bleistift in der Hand Gottes, der einen Liebesbrief an die Welt schreibt.“ (Hl. Mutter Teresa)

»Agnes Gonxhe Bojaxhiu wurde als Tochter eines Bauunternehmers der albanischen Bevölkerungsgruppe geboren am 26. August 1910 und katholisch getauft. Als sie neun Jahre alt war, starb der Vater überraschend. Immer stärker verspürte das Mädchen den Wunsch, sich in der Mission zu engagieren. Im Alter von 18 Jahren schloss sie sich unter dem Einfluss von Jesuiten in Letnica den Schwestern der Jungfrau von Loreto an und erhielt in Rathfarnham in Irland ihre Ausbildung als Missionarin. Anfang 1929 kam sie über Colombo, Madras – das heutige Chennai – und Kalkutta nach Darjeeling am Fuß des Himalaya-Gebirges, wo sie das Noviziat absolvierte, in den Orden aufgenommen wurde und in Erinnerung an Thérèse von Lisieux den Ordensnamen Teresa annahm. In Kalkutta wurde Teresa zur Lehrerin ausgebildet, im Mai 1937 legte sie das Ordensgelübde ab und wurde Leiterin einer höheren Schule für bengalische Mädchen in Kalkutta. Direkt neben der Schule lag ein großes Armenviertel. Am 10. September 1937 zog Teresa sich nach Darjeeling zurück, wo sie sich entschloss, ihr Leben in Zukunft den Ärmsten der Armen zu widmen; als wichtigsten Tag ihres Lebens bezeichnete sie deshalb diesen Tag. 1946 begann sie, in Kalkutta unter den Ärmsten im Slum zu leben und zu arbeiten; dennoch dauerte es bis 1948, bis sie die Erlaubnis erhielt, den Orden zu verlassen. 1949 schloss sich ein bengalisches Mädchen Teresas Wirken an, sie eröffnete die erste Schule in einem Slum in Kalkutta. 1950 genehmigte der Papst die Gründung der Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe, die damals 12 Schwestern umfasste und deren Generaloberin Teresa wurde und bis kurz vor ihrem Tod blieb. Die Ordensschwestern verpflichteten sich, niemals für Geld oder für Wohlhabende tätig zu sein und kümmerten sich in den Elendsvierteln von um ausgesetzte Säuglinge, Kranke, Hungernde und Sterbende. 1952 eröffnete sie in das Haus Nirmal Hriday, reines Herz, ein Kranken- und Sterbehaus, um die Ärmsten von der Straße zu holen. Dort haben seitdem zehntausende Menschen Hilfe gefunden, mehr als die Hälfte habe Dank der Pflege überlebt, die anderen sind zumindest in Würde gestorben. Noch im selben Jahr konnte das Kinderhaus Shishu Bhavan, Stadt des Friedens, eröffnet werden. 1962 gründete Mutter Teresa die Leprakolonie Shanti Nagar, Stadt des Friedens, es folgte die Gründung von Schulen für Arme, von Entbindungsheimen und einem Heim für ledige Mütter. Sie starb am 5. September 1997 in Kalkutta. Die für die Seligsprechung notwendige Wunderheilung bezeugte die arme Inderin Monica Besra, die von einem Tumor im Bauch geheilt wurde, nachdem man ein von Mutter Teresa gesegnetes Amulett darauflegte; die Inderin wurde eigens nach Rom gebracht, um den Fall zu prüfen. Knapp vier Jahre später lebt die 40-Jährige, die sich als Tagelöhnerin durchschlägt, laut indischen Medien mit ihren Kindern in bitterster Armut. Das für die Heiligsprechung erforderliche Wunder war die Heilung der Gehirnerkrankung eines Brasilianers. 2017 wurde Teresa zur Mitpatronin des Erzbistums erhoben. Der Selig- und Heiligsprechungsprozess für Teresa wurde im Juni 1999 eröffnet – mit besonderer Erlaubnis von Papst Johannes Paul II., weil dieser Prozess normalerweise frühestens fünf Jahre nach dem Tod eingeleitet werden kann. Die Seligsprechung erfolgte am 19. Oktober 2003, nur sechs Jahre nach dem Tod der Ordensfrau; das war die schnellste Seligsprechung der Neuzeit. Am 4. September 2016 wurde Teresa von Papst Franziskus in einer Feier als Höhepunkt des von diesem ausgerufenen Jahres der Barmherzigkeit mehr als 100.000 auf dem Petersplatz in Rom heiliggesprochen.« (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zur heiligen Mutter Teresa

Barmherziger und liebender Gott, du offenbarst in den Heiligen deine Herrlichkeit und gibst in ihnen das leuchtende Beispiel deiner Liebe. Du hast die heilige Mutter Teresa berufen, den Armen, den Leidenden und den Sterbenden beizustehen. Gib, dass ihr Vorbild und ihre Fürsprache uns helfen, deinem Sohn in Wort und Tat nachzufolgen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Heilige des Monats August 2018: Heilige Mary of the Cross MacKillop

Die »Heilige des Monats August 2018« ist die Heilige Mary of the Cross MacKillop. Ihren Gedenktag feiert die Kirche am 8. August. Ihre Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

„‚Erinnere dich, wer deine Lehrer waren – von ihnen kannst du die Weisheit lernen, die zur Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus führt.‘ Über viele Jahre hinweg sind zahllose junge Menschen in ganz Australien mit Lehrern gesegnet worden, die durch das mutige und heiligmäßige Beispiel an Eifer, Ausdauer und Gebet von Schwester Mary MacKillop inspiriert worden sind. Sie widmete sich als junge Frau auf dem schwierigen und anspruchsvollen Gebiet des ländlichen Australiens der Erziehung der Armen und veranlaßte andere Frauen dazu, sich ihr in der ersten Frauenkongregation des Landes anzuschließen. Sie war offen für die Nöte der jungen Menschen, die ihr Vertrauen in sie setzten, ohne Ansehen von sozialem Stand und Vermögen, und sorgte sich um die intellektuelle wie auch um die spirituelle Bildung. Trotz vieler Herausforderungen schenkten ihre Gebete zum hl. Josef und ihre unermüdliche Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu, dem sie ihre neue Kongregation widmete, dieser heiligen Frau die notwendigen Gnaden, um Gott und der Kirche treu zu bleiben. Durch ihre Fürsprache mögen ihre Nachfolger heute weiterhin Gott und der Kirche mit Glauben und Demut dienen!“ (Predigt S.H. Papst em. Benedikt XVI. bei der Heiligsprechung am 17. Oktober 2010)

»Maria, geboren am 15. Jänner 1842, war das älteste Kind schottischer Einwanderer, ihr Vater ein wenig erfolgreicher Geschäftsmann. Schon im Alter von 16 Jahren wurde Mary zur Hauptversorgerin der Familie, arbeitete als Erzieherin, Verkäuferin und schließlich als Lehrerin. 1866 fand sie in Penola im Süden von Australien eine Anstellung an einer kirchlichen Schule, an der bedürftige Kinder ohne Schulgeld unterrichtet wurden. Um die charismatische Maria entstand schon bald eine Ordensgemeinschaft – die erste Australiens -, die binnen fünf Jahren 130 Schwestern zählte: die Sisters of St Joseph of the Sacred Heart, Schwestern des Heiligen Joseph vom Heiligen Herzen, die Josefsschwestern (RSJ), die sich vor allem um verarmte Farmersfrauen und deren Kinder kümmerten. Die Josefsschwestern machten sich die Seelsorge- und Bildungsarbeit im vernachlässigten Buschland zur Aufgabe. Das zupackende und unangepasste Verhalten des Ordens stieß aber auf Vorbehalte: 1871 sprach der Bischof von Adelaide wegen Ungehorsams die förmliche Exkommunikation über Maria vom Kreuz aus, weil sie einen katholischen Priester des Kindesmissbrauchs überführt und weil sie sich geweigert hatte, ihren Orden den hierarchischen Kirchenstrukturen unterzuordnen. Die Schwestern zerstreuten sich; erst nachdem der Bischof die Strafe kurz vor seinem Tod zurückgenommen hatte, pilgerte Maria nach Rom und erreichte bei Papst Pius IX. die Anerkennung ihrer Ordensstatuten; in Rom betete sie oft in der Kirche Sant’Agata dei Goti. Die zerschlagene Gemeinschaft sammelte sich nun neu, schon 1877 unterhielt der Orden 40 Schulen allein in Adelaide und Umgebung. 1883 beorderte der Bischof von Adelaide Maria nach Sidney, zwei Jahre später wurde sie als Ordensobere abgesetzt; erst 1899 betraute man sie erneut mit der Leitung der Gemeinschaft. 1902 erlitt Maria vom Kreuz einen Schlaganfall, der sie bis zu ihrem Tod ans Bett fesselte. Sie starb am 8. August 1909. Dem Orden gehören heute rund 900 Schwestern an. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Eintreten für Frieden, Menschenrechte und Gerechtigkeit, so im jungen Staat Osttimor oder durch Seelsorge und Bildung für Aborigines, die australischen Ureinwohner. Am 19. Januar 1995 sprach Papst Johannes Paul II. Maria vom Kreuz selig, Papst Benedikt XVI. sprach sie am 17. Oktober 2010 in Rom als erste Frau aus ihrem Kontinent heilig. 2013 wurde sie zur Patronin von Australien ernannt.« (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zur heiligen Mary MacKillop

Herr, unser Gott, Du hast die heilige Maria vom Kreuz MacKillop berufen, nach der vollkommenen Liebe zu streben und schon in dieser Welt dein Reich zu suchen. Gib uns auf ihre Fürsprache die Freude des Geistes und die Kraft, auf dem Weg der Liebe voranzuschreiten. Darum bitten wird durch Jesus Christus. Amen.

1000. Jahrestag der Ankunft des hl. Benediktiners Gerhard in Ungarn

In Zeiten der Ungewissheit lohnt auch politisch ein Blick auf die geistigen Säulen Europas – so etwa auf den Heiligen Benedikt von Nursia (480-547). Darauf hat der emeritierte Prior der ungarischen Abtei Tihany, P. Richard Korzensky, hingewiesen. Korzensky äußerte sich in einer Festschrift der Ungarischen Benediktinerkongregation aus Anlass des 1.000. Jahrestags der Ankunft des Benediktiners St. Gerhard von Venedig in Budapest und des 380. Jahrestag des Ordens-Wiederbeginns nach den Türkenkriegen.

»Der hl. Gerhard war Mönch im venezianischen Kloster San Giorgio und wurde schon in jungen Jahren zum Abt gewählt … In seinen Lebensbeschreibungen tritt uns die Gestalt des hl. Gerhard nacheinander in drei typischen Formen christlichen Lebens entgegen: als Mönch, als Apostel und als Märtyrer. Der Mönch ist ein Mann Gottes, der in Gebet und Arbeit sein Leben ganz Gott widmet; der Apostel ist Verkünder der frohen Heilsbotschaft des Evangeliums, er erzieht den Christen zur Heiligkeit des Lebens und führt den Heiden zum Christentum; der Märtyrer gibt als äußerstes Zeugnis seiner Liebe sich selbst, sein Leben im Gebet und sein apostolisches Wirken völlig Gott hin.« (Schreiben des hl. Papstes Johannes Paul II. an die Kirche in Ungarn zur 1000-Jahr-Feier der Geburt des heiligen Bischofs und Märtyrers Gerhard)

Eine Reliquie des heiligen Gerhard befindet sich im Haus der Begegnung

In seinem Beitrag betonte der Altprior die Bedeutung des Hl. Benedikt und seiner Nachfolger für die kulturelle und religiöse Prägung Europas. Die Benediktregel könne man ohne weiteres als »Handbuch der Europäischen Union« lesen. Es werde heute schließlich viel über Europa gesprochen – »aber weiß man überhaupt, was Europa ist? Ist es ein geographischer Begriff? Ein kulturhistorisches Phänomen? Ein politisches Bündnis? Eine Einheit der Normen?«
Bei Benedikt fänden sich auch die Anfänge der Demokratie: »Geht es um die Wahl des Vorgesetzten, heißt es auch, dass er nicht Alleinbestimmender sein soll, sondern einer, der bei jeder Entscheidung Ratschläge einholen soll. Die Brüder müssen zur Beratung herangezogen werden«, heiße es in der »Regula«. Europäer zu sein bedeute »Übernahme der Verantwortung füreinander, zu unseren Wurzeln stehen, und wissen, wer wir sind«, so Korzensky. Werte, die wieder als heilig zu betrachten sein sollten, seien die »Suche nach Wahrheit, die Würde der Person, der Frieden in der Unterschiedlichkeit und die Achtung der religiösen und weltlichen Gesetze«.
Der Altprior erinnerte weiters daran, dass der Hl. Benedikt in seiner Zeit die Frohe Botschaft verkündet und die Werte der klassischen Antike weitergegeben habe. Abt Gerhard habe die europäische und christliche Kultur schließlich nach Ungarn, an den Hof des ersten König Ungarns, Stephan I., gebracht.

»Was den modernen Menschen besonders interessiert, ist die Methode des missionarischen Wirkens, damit es nicht oberflächlich und äußerlich bleibt, sondern zu echter Bekehrung, also zu innerer geistlicher Umkehr führt, die im Evangelium metànoia heißt. Ein Kapitel der Deliberatio zeugt vom Geist der Missionstätigkeit des hl. Gerhard. Zur Erläuterung des Verses ›Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor‹ (Jes 45, 8) schreibt er: ›Willst du hören, wie sich diese Erde bei tauendem Himmel und Wolkenregen, auftut für den Sproß? … Die Schrift sagt: Tut Buße und ein jeder von euch lasse sich taufen im Namen des Herrn Jesus Christus zur Vergebung eurer Sünden, und nehmt die Gaben des Heiligen Geistes an … So hat sich die Erde aufgetan und sproßte den Heiland hervor, das heißt, sie hat allen Völkern Christus als ihren Erlöser verkündet. Wenn ich Leute, die nichts von Christus wissen lehre, und wenn sie durch das gehörte Wort zur Erkenntnis Gottes gelangen, bringe ich durch das Wort und den Glauben in ihnen Christus hervor … also durch sein Wort und den Glauben wird Christus in denen, die zu ihm kommen, hervorgebracht …‹ (Gerardi Morosense Ecclesiae seu Csanadensis Episcopi Deliberatio supra hymnum trium puerorum, VII, 583ff., ed. G. Silagi, ›Corp. Christ.‹, cont. Mediaevalis 49, Turnholti 1978). Ist das etwa nicht die missionarische Methode die wir auch heute anwenden müssen, wenn wir die Menschen zu Christus hinführen wollen? Zuerst muß Christus in den Seelen geboren werden, damit die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen von innen her wiedergeboren wird. Es besteht in der Tat kein Zweifel, daß die Kirche − wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt − ›Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ist‹ (Lumen gentium, Nr. 8); aber ihre Sendung besteht nicht allein darin, das Heil Christi in Glaube, Hoffnung und Liebe zu leben, sondern auch Mittlerin dieses Heils zu sein und durch Christus ›unter allen die Wahrheit und die Gnade zu verbreiten‹. Der hl. Gerhard hat mit seinem Leben Zeugnis gegeben für den eifrigen Dienst an der Evangelisierung. Er hat nicht versucht, seine eigenen Ideen zu verkündigen, sondern die Frohbotschaft Christi. Er hat auch erfaßt, daß eine geordnete christliche Gemeinde nicht anders entstehen kann als dadurch, daß die Gemeinschaft mit Christus gesucht und das eigene Leben im Dienst an den Brüdern geopfert wird. Die gelebte Gemeinschaft mit Christus und den Brüdern offenbart die wahre Bedeutung der Institution Kirche: zur Gemeinschaft führen durch den Glauben an den einen Gott, der die Liebe ist und der uns nahe ist. Der hl. Gerhard hat seine Kräfte dafür eingesetzt, die Kirche, die eben entstandene Ortskirche, zu organisieren, indem er sie in der Universalgemeinschaft, also in der Kirche Christi, verwurzelte. Diese Einheit, Quelle des Lebens und des Glaubens, ist unerläßliche Voraussetzung für eine fruchtbringende Evangelisierung; und auch wir müssen unser irdisches Vaterland, seine Kultur und seine Werte lieben und ihnen dienen, indem wir immer Gott lieben und ihm dienen.« (Schreiben des hl. Papstes Johannes Paul II. an die Kirche in Ungarn zur 1000-Jahr-Feier der Geburt des heiligen Bischofs und Märtyrers Gerhard)

Ein Himmelreich für ein Eis: Sieben-Eissalons-Wallfahrt durch Rom

Pilger begeben sich in der Ewigen Stadt in der Regel auf eine »Sieben-Kirchen-Wallfahrt« – Daneben empfehlen sich in den Sommermonaten auch Abstecher zu den lokalen Eissalon-Geheimtipps – Die Top Sieben vorgestellt von Burkhard Jürgens

Zum traditionellen Pilgerprogramm in Rom gehört die Sieben-Kirchen-Wallfahrt – ein Parcours von rund 23 Kilometern zu den wichtigsten katholischen Heiligtümern. Wer bei den aktuellen Sommertemperaturen dann erst richtig in Wanderlaune kommt, kann eine Sieben-Eissalons-Wallfahrt anschließen. Sattsam bekannte Reiseführerempfehlungen wie »Giolitti« oder »Gelateria della Palma« dürfen links liegenbleiben. Hier die Top 7 für den frommen Genießer:

1) Il Pellicano
Der alte Pilgerweg vom Norden erreicht Rom an der Milvischen Brücke. Die Schicksalsschlacht, die Kaiser Konstantin im Jahr 312 an dieser Stätte schlug, markierte den Wendepunkt zum Aufstieg des Christentums. Heute liegt hier zwischen schattigen Platanen Il Pellicano: Holländischer Kakao, Pistazien aus Bronte auf Sizilien und piemontesische Haselnüsse zählen zu den Zutaten des klassischen Sortiments. Auf Wunsch wird das Eis in flüssige Schokolade und gehackte Haselnüsse getunkt. Gehaltvolle Sorten wie Va-iegato alla Nutella und Pistacchio geben Kraft für den Einzug in die Ewige Stadt.
Info: Il Pellicano, Piazzale Ponte Milvio 19; Montag bis Donnerstag 11.00 bis 24.00 Uhr, Wo-chenenden bis 02.00 Uhr. Ab 2 Euro

2) Al Settimo Gelo
Ein Wortspiel mit „il settimo cielo“ – dem „siebten Himmel“ – gab den Namen für die Eisbar in dieser wenig touristischen Ecke des Viertels Prati. Inhaberin Mirella Fiumano wechselte 1997 nach ihrem Medizinstudium kurzerhand die Laufbahn: »Es war sowas wie eine Mutprobe.« Ohne jede Ausbildung gestartet, ist sie heute mit internationalen Preisen dekoriert. Fiumano setzt auf naturbelassene Ausgangsprodukte und Kreativität; unvergleichlich ihr Ricotta-Eis mit karamelisierten Feigen.
Der Hit bei Hitze aber ist das »Gelato Persiano«: Rosen-Sorbet mit iranischem Safran und Splittern ungerösteter Pistazien – eine unbeabsichtigte Reminiszenz an die größte Niederlage der Kreuzfahrerheere 1187 in der Sommerglut Galiläas. Damals reichte Sultan Saladin dem besiegten Guido von Jerusalem huldvoll einen Becher Rosenwasser mit Schnee vom Hermon.
Info: Al Settimo Gelo, Via Vodice 21. Dienstag bis Samstag 10.00 bis 23.30 Uhr, Sonntag 16.00 bis 23.30 Uhr. Ab 2,50 Euro

3) Il Gelato di San Crispino
Der frühchristliche Märtyrer Crispinus steht Pate für den Betrieb von Pasquale Alongi. Mitnichten ein Eisheiliger: Crispinus war Schuhmacher von Beruf, aber Alongi sieht ihn damit als Patron der guten alten Handwerkskunst par excellence. Außerdem, so der Chef des 1993 gegründeten Unternehmens, sollen Crispin und sein Bruder Crispinianus nach Frankreich ausgewandert sein, weil sie Probleme mit dem römischen Fiskus hatten – »und wer hätte die nicht«. Als Spezialitäten empfiehlt Anlongi seine Sorbets aus täglich frisch verarbeiteten Früchten. Aushängeschild ist aber die Crema di San Crispino mit dem herben Honig des sardischen Erdbeerbaums und nicht mehr Zucker als nötig. Garantiert Handarbeit.
Info: Il Gelato di San Crispino, Via della Panetteria 42 (Nähe Trevibrunnen) und Piazza della Maddalena 3 (Nähe Pantheon). Sonntag bis Donnerstag 11.00 bis 0.30 Uhr, Freitag und Samstag 11.00 bis 01.30 Uhr. Ab 1,90 Euro, Aufpreis für Spezialitäten

4) Gelateria Fassi – Palazzo del Freddo
Eissalon wäre das falsche Wort: Der Palazzo del Freddo unweit der Piazza Vittorio ähnelt einer Schalterhalle des frühen vergangenen Jahrhunderts, ein hoher, nüchterner, von Effizienz und Amtlichkeit durchwalteter Raum. 1928 baute Giovanni Fassi den von seinen Eltern ererbten Eismacherbetrieb zur ersten regelrechten Speiseeisfabrik auf europäischem Boden um, eine Kathedrale der Lebensmittelindustrie. Ein Plakat warb stolz für die »Elektrische sizilianische Gelateria«, die Firma Arthur Krupp fertigte das unverwüstliche Stahlgeschirr, und 1934 ging die erste Lieferung trockeneisgekühlt nach Afrika. Die Spezialität des Hauses blieb indessen ganz ortsverbunden: »Sanpietrini«, mit Schokoladenglasur versehenes Eiskonfekt, geformt wie die typisch römischen Pflastersteine, die ihren Namen von der Piazza San Pietro haben.
Info: Gelateria Fassi, Via Principe Eugenio 95. Montag bis Donnerstag 12.00 bis 24.00 Uhr, Freitag und Samstag 12.00 bis 0.30 Uhr, Sonntag 10.00 bis 24.00 Uhr. Ab 1,60 Euro, Sanpietrini pro Stück 0,80 Euro

5) La Romana
Ein unscheinbarer Ort an der Via Ostiense erinnert an die letzte Begegnung der Apostel Petrus und Paulus vor ihrem Martyrium. Auf der Höhe der Hausnummer 106 – neben dem Eingang zur sehenswerten Centrale Montemartini, einem alten Dieselkraftwerk, das heute als Antikensammlung dient – stand einst eine Kapelle, die dem Abschied der Apostelfürsten gewidmet war. Das Kirchlein fiel dem Straßenbau zum Opfer, nur die Kopie eines alten Reliefs blieb: Ein stärkendes Wort, eine Umarmung zwischen Männern, die es miteinander nicht immer leicht hatten.
Was hebt nach so einem ernsten Moment die Stimmung besser als ein Eis? Tröstendes Biscotto della nonna oder sommerlich-fruchtige Blaubeere mit Holunder und Limone – bei La Romana, 500 Meter stadteinwärts auf halbem Weg zur Cestius-Pyramide, drängt sich meist eine Menschentraube auf dem Gehsteig. Viele Römer schätzen diese Adresse, auch wenn das Franchise-Unternehmen aus Rimini längst jeden familiären Charakter verloren hat.
Info: La Romana, Via Ostiense 48, Montag bis Donnerstag 12.00 bis 24.00 Uhr, Freitag und Samstag 12.00 bis 01.00 Uhr, Sonntag 11.00 bis 24.00 Uhr. Ab 2,40 Euro

6) Cremeria Romana – Gelato Kosher
In der Vergangenheit waren die Beziehungen zwischen Juden und Katholiken in Rom weiß Gott nicht nur harmonisch. Aber die Zeiten, als die jüdische Gemeinschaft ausschließlich die heruntergekommenen Gassen zwischen Kapitol und Tiber-Insel bewohnen durfte und Zwangspredigten anzuhören hatte, sind vorbei. Das Ghetto – der Name wird unbefangen weiterbenutzt – ist heute ein beliebtes Ausgehviertel, und dazu gehört natürlich eine Eisbar mit Zertifikat des Rabbiners, dass die Produkte den jüdischen Speisevorschriften entsprechen.
Die Syngogengemeinde Roms gilt als älteste Europas und die einzige, die seit der Antike ununterbrochen in der Diaspora besteht; mag auch das koschere Eis keinen Superlativ verdient haben, es steckt ein Hauch von Geschichte drin.
Info: Cremeria Romana – Gelato Kosher, Via del Portico d’Ottavia 1B. Sonntag bis Donnerstag 08.00 bis 23.00 Uhr, Freitag 08.00 bis 16.00 Uhr, Samstag 18.00 bis 24.00 Uhr. Ab 2,50 Euro

7) Hedera
Die beiden heißen Francesco und erfuhren 2013 ihre Berufung. Der eine war Manager und wurde Gelatiere, der andere war Erzbischof von Buenos Aires und wurde Papst. Ihre Biografien kreuzten sich im gleichen Jahr. Francesco Ceravolo schickte eine Torte mit dem Papstwappen »Miserando atque eligendo« (Aus Barmherzigkeit erwählt) an die Casa Santa Marta, und der Papst erbarmte sich, indem er Ceravolo zum Eislieferanten erwählte.
In seinem früheren Leben in der Finanzbranche lernte Ceravolo das Organisieren, als studierter Jurist weiß er sich Ärger vom Leib zu halten; das macht ihm den Rücken frei für die Eisproduktion, die er gemeinsam mit seinem Vater, einem liebenswürdigen Senior, leitet. Die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Qualität verlangt Beschränkung: eine Handvoll Fruchtsorten, sieben Cremes, basta. Und was isst der Papst? Da legt Ceravolo eine Diskretion an den Tag, die nicht nur mit den Gepflogenheiten der Branche, sondern auch mit seiner berüchtigt-verschwiegenen kalabrischen Heimat zu tun hat.
Info: Hedera, Borgo Pio 179 und Via dei Coronari 141. Täglich 10.00 bis 23.00 Uhr. Ab 2,50 Euro

(Quelle: Kathpress vom 22.07.2018)

Heiliger Vater Benedikt, Schutzpatron Europas, bitte für uns!

Am 11. Juli feiern wir unseren Heiligen Vater Benedikt als Schutzpatron Europas. Neben dem Hl. Benedikt sind die hll. Kyrill und Medthodius, die hl. Katharina von Siena, die hl. Birgitta von Schweden und die hl. Theresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) Mitpatrone Europas.  In seiner Enzyklika „Fulgens radiatur“ schrieb S. H.  Papst Pius XII.:

„Eine andere mahnende Lehre noch, deren unsere Zeit so sehr bedarf, gibt der heilige Patriarch (Benedikt, Anm.): Gott nicht bloß zu verehren und anzubeten, ihn vielmehr mit restloser Hingabe wie einen Vater zu lieben. Diese Liebe ist heute leider erkaltet und erstarrt; daher trachtet die Großzahl der Menschen mehr nach irdischen als nach überzeitlichen Gütern, und zwar in ungeordnetem Wettstreit, der nicht selten Unruhen und Feindschaft gebiert und leidenschaftlichen Hass schürt. … Aus dieser Gottesliebe muss dann die brüderliche Liebe zu den Mitmenschen quellen, die wir alle, welcher Rasse, Nation und Kultur sie auch seien, als Brüder in Christus betrachten sollen, damit aus allen Völkern und sozialen Schichten eine einzige christliche Familie erstehe, die nicht ein unheilvoller Egoismus zerreißt, sondern gegenseitige Hilfsbereitschaft freundschaftlich verbindet.“ (Enzyklika „Fulgens radiatur“ des Papstes Pius XII.)

Zu seinen Ehren feiern wir am Hochfest unseres Heiligen Vaters Benedikt, dem Patron Europas, am Mittwoch, 11. Juli 2018, um 18.30 Uhr in der Benediktskapelle einen Festgottesdienst, zu dem wir herzlich einladen. Nach dem Gottesdienst bitten wir zu einer kleinen Agape.

Heiliger des Monats Juli 2018: Heiliger Leopold Mandić

Der »Heilige des Monats Juli 2018« ist der Heilige Leopold Mandić. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 30. Juli. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

„Ich erinnere mich an die wiederholte Mahnung P. Leopolds: ‚Verehrt die Mutter Gottes! Sie kann alles. Sie ist unsere Mutter!‘ Ganz warm und eindringlich fügte er dann noch hinzu: ‚O die Madonna! Die Madonna!‘ Mit dieser inständigen Anrufung Marias schien er die Seelen zu seinen Füßen der seligsten Jungfrau zu empfehlen. Durch diese Worte P. Leopolds allein schon wurde ich wie umgewandelt. Ich fühlte, wie durch diesen Ausruf P. Leopolds die Gottesmutter die Nöte meiner Seele verstanden hatte. P. Leopold, dieser reine und demütige Ordensmann, führte die Seelen sicher zur Mutter Gottes!“ (Erinnerung einer Franziskaner-Tertiarin aus Padua)

»Bogdan Mandić, geboren am 12. Mai 1866, letztes der zwölf Kinder eines kroatischen Ehepaares, war körperlicher von zwergenhafter Gestalt mit einer Körpergröße von gerade 1,35 m. Ab 1882 besuchte der das Seminar der Kapuziner in Udine, mit 18 Jahren trat er in Bassano del Grappa dem Orden bei und erhielt den Ordensnamen Leopold. Er vollendete seine Studien in Udine und wurde 1890 in Venedig zum Priester geweiht und wirkte dann an der dortigen Kapuzinerkirche als Beichtvater. 1897 kam er als Leiter ins Kloster nach Zara / Zadar, 1906 nach Thiene bei Vicenza, dann ins Kloster nach Padua. In Padua lebte Leopold mehr als 30 Jahre in einer zwischen der Kirche und dem Kloster angebauten, kleinen, ungeheizten und fensterlosen Zelle. Seine Aufgabe war, als Beichtvater tätig zu sein, was er unermüdlich tat. Er war nicht nur klein, sondern auch kränklich und sprachbehindert, saß in einem abgewetzten Lehnstuhl und konnte in besonderer Weise vielen Menschen die Botschaft von der liebevollen Annahme durch Christus vermitteln. Tausende Laien, zahlreiche Priester und Bischöfe – darunter auch der spätere Papst Johannes Paul I. – kamen zu ihm, nachdem sie oft stundenlang in der langen Menschenschlange warteten, bis sie seinen Rat erhalten konnten. Berichtet wird von zahlreichen Wundern und Leopolds Fähigkeit, die Zukunft zu schauen. So sagte er die Zerstörung der Kirche und des Klosters durch Bomben im 2. Weltkrieg, aber die Verschonung seiner Zelle voraus, was im Mai 1944 tatsächlich eintraf. Er war ein großer Verehrer der Maria und hatte mystische Gaben. Leopolds Gaben der Menschenkenntnis und Herzenswärme waren gepaart mit großem Verständnis für menschliche Schwächen. Seine umfassenden Kenntnisse der Lehren über Maria wollte er in einem Buch zusammenfassen, ob seiner ununterbrochenen Tätigkeit als Beichtvater fand er dazu aber keine Zeit. 1934 konnte er mit einer Gruppe von Pilgern Lourdes besuchen und an der Grotte der Erscheinung eine Messe feiern. Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Vereinigung mit der Orthodoxen Kirche. Schon bei seinem Tod am 30. Juli 1942 eilte Leopold Mandić der Ruf der Heiligkeit voraus. Noch bei der Graböffnung 1966 war sein Leichnam unverwest. Am 2. Mai 1976 wurde Leopold Mandić durch Papst Paul VI. selig- und am 16. Oktober 1983 durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.« (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zum heiligen Leopold Mandić

Heiliger Leopold, der göttliche Erlöser hat dich im Sakrament der Busse zu einem vollkommenen Werkzeug seiner unendlichen Barmherzigkeit gemacht. Darum bitten wir dich: erwirke uns die Gnade, oft und gut zu beichten, damit wir die Seele immer frei halten von Schuld und nach der Vollendung streben. Amen. Ehre sei dem Vater…

(Quelle: www.leopoldomandic.it)