Heiliger des Monats April 2020: Hl. Josef Benedikt Cottolengo

Der »Heilige des Monats April« ist der heilige Josef Benedikt Cottolengo. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 30. April.

Am 2. Mai 2010 stattete Papst em. Benedikt XVI. der norditalienischen Stadt Turin einen Pastoralbesuch ab, wo er unter anderem das von seinem Namensvetter, dem heiligen Giuseppe Benedetto (Joseph Benedikt) Cottolengo, gegründete Sozialwerk besuchte. Bereits in seiner ersten Enzyklika „Deus caritas est“ hatte Benedikt XVI. ihn neben weiteren Sozialheiligen als Vorbild der Nächstenliebe erwähnt: „Heiligengestalten wie Franz von Assisi, Ignatius von Loyola, Johannes von Gott, Kamillus von Lellis, Vinzenz von Paul, Louise de Marillac, Giuseppe B. Cottolengo, Johannes Bosco, Luigi Orione und Mutter Teresa von Kalkutta — um nur einige zu nennen — sind berühmte Vorbilder sozialer Liebestätigkeit für alle Menschen guten Willens. Die Heiligen sind die wahren Lichtträger der Geschichte, weil sie Menschen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sind.“ Der Gedenktag des „Italienischen Apostels der Nächstenliebe“, der 1934 von Papst Pius XI. heiliggesprochen wurde, wird am 30. April gefeiert. Giuseppe Benedetto Cottolengo wurde am 3. Mai 1786 im piemontesischen Bra unweit von Turin geboren. Seine Familie gehörte zum Mittelstand und war tief im Glauben verwurzelt. Schon früh entschloss er sich, Priester zu werden. Er wurde am 8. Juni 1811 geweiht und nach seiner Kaplanszeit nach Turin geschickt, um seine theologischen Studien fortzusetzen, die er 1816 abschloss. Anschließend wurde er Kanoniker an der Basilika „Corpus Domini“, wo er sich vor allem der Predigt und der Beichte widmete. Daneben widmete er sich der Armenfürsorge. Er entwickelte eine Spiritualität, die ihn zu einer immer größeren Abkehr von materiellen Gütern führte und ihn nach einer neuen Form suchen ließ, seine priesterliche Berufung zu leben. Am 2. September 1827, mit 41 Jahren, hatte Cottolengo ein einschneidendes Erlebnis: An das Sterbelager einer Frau gerufen, fand er diese in einem armseligen Stall vor, im sechsten Monat schwanger und umringt von weinenden Kindern und ihrem verzweifelten Ehemann. Dieser hatte versucht, seine an Tuberkulose erkrankte Frau in mehreren Krankenhäusern unterzubringen, war aber überall abgewiesen worden. Cottolengo verstand, dass Gott ihn rief, ein Heim für jene Menschen zu schaffen, die an keinem anderen Ort aufgenommen werden. Am 17. Januar 1828 eröffnete er das erste Heim für notleidende Menschen bei der Basilika „Corpus Domini“. Als dieses drei Jahre später geschlossen werden musste, da die Stadt den Ausbruch einer Cholera-Epidemie befürchtete, errichtete Cottolengo ein neues Heim in Turin, unterstützt von Lorenzo Granetti, dem Leibarzt von König Carlo Alberto von Savoyen. Granetti wurde der erste Direktor der „Piccola Casa della Divina Provvidenza“ (Kleines Haus der Göttlichen Vorsehung). Bis heute ist es das Mutterhaus des Sozialwerkes, zu dem 35 Häuser in Italien und fünfzehn weitere in Europa, Asien, Amerika und Afrika gehören. Körperlich und geistig behinderte Menschen finden hier ebenso Aufnahme wie Arme und Kranke, Drogensüchtige, Obdachlose und Flüchtlinge. Cottolengo gründete außerdem drei Ordensgemeinschaften (für Schwestern, Laienbrüder und Priester), die in den Heimen tätig sind. Daneben sind zahlreiche Laien ehrenamtlich in die Arbeit eingebunden. Mit 55 Jahren erkrankte Cottolengo an Typhus. Er starb am 30. April 1842 im Haus seines Bruders Luigi, der ebenfalls Priester war, in Chieri im Randgebiet von Turin. Der heilige Cottolengo konnte, so Benedikt XVI. in Turin, „in jedem Menschen, auch in denen, die am Rande der Gesellschaft stehen, eine große Würde erkennen. Er hatte verstanden, dass jene, die mit Leiden und Ablehnung konfrontiert sind, dazu neigen, sich zu verschließen und zu isolieren und Misstrauen gegenüber dem Leben zu zeigen. Soviel menschliches Leiden auf sich zu nehmen bedeutete für unseren Heiligen daher, Beziehungen liebevoller, vertrauter und unmittelbarer Nähe zu schaffen und Strukturen ins Leben zu rufen, die diese Nähe fördern können, im Stil der Familie, der auch heute noch gepflegt wird“. (Quelle: Die Tagespost, 25. April 2018)


Gebet zum heiligen Josef Benedikt Cottolengo

Heiliger Josef Cottolengo, du hast in deinem Leben ein großes Mitgefühl für die Armen gezeigt. Erbitte mir ein gutes Herz, das aufmerksam ist auf die Leiden der Schwächeren. Dein Vertrauen in die göttliche Vorsehung hat nie gewankt. Erwirke mir den Blick des Glaubens, um jeden Tag alle Aufmerksamkeiten erfassen zu können, die Gott Vater mir schenkt. Hilf, dass uns in unseren Gemeinschaften und in unseren Leben nie diese einfache und klare Sicherheit verloren geht: Gott sieht vor!

Heiliger Josef Cottolengo, richte auf mich und alle, die mir lieb sind, deinen mitfühlenden Blick. Hilf uns in unseren Nöten und erbitte für uns die Gnaden, die wir notwendig haben, befreie uns aus allen Gefahren und schenke uns die Fähigkeit, Gott über alles lieben zu können. Heiliger Josef Benedikt Cottolengo, bitte für uns!

(Quelle: comunitacenacolo.it)

»Hl. Corona, bitte für uns«: Gebet um Gottes Hilfe in dieser schweren Zeit

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung. Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind. Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir. Amen.

(Johannes Hartl / Gebetshaus Augsburg)


Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmittel suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz

Seliger des Monats März 2020: Sel. José Olallo Valdes

Der »Selige des Monats März« ist der selige José Olallo Valdes. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 7. März. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.
»Frater José Olallo wurde am 12. Februar 1820 in Havanna geboren. Seine Eltern sind unbekannt. Am 15. März wurde er im Waisenheim San José von Havanna abgegeben, wobei lediglich sein Geburtsdatum mit dem Hinweis angegeben wurde, dass er noch nicht getauft sei. Deswegen wurde er noch am selben Tag getauft. In dem Waisenheim blieb er etwa sieben Jahre, danach kam er in ein Kinderheim, wo er seine Schulbildung abschloss. Er fühlte sich seit frühester Kindheit besonders von den karitativen Aufgaben angezogen, welche er die Brüder des Hospitals des heiligen Johannes von Gott, das er häufig besuchte, ausführen sah. Schon bald wollte auch er zu ihnen gehören. Genauere Einzelheiten über den Ordenseintritt, die Zeit des Noviziats und die Profess sind nicht bekannt, weil die betreffenden Unterlagen in den Wirren der Säkularisation, die 1820 in Spanien einsetzte und einige Jahre später auf Kuba übergriff, verloren gegangen sind. Zuverlässig überliefert ist nur, dass er am 13. April 1835 als Professbruder in den Konvent von Camagüey kam. Das Hospital des heiligen Johannes von Gott von Camagüey war ein Krankenhaus für Männer mit fünf Krankensälen, in denen in der Regel an die 100 Patienten gepflegt wurden. Öffentlich hervor tut er sich das erste Mal im Juli 1835, als Camagüey von einer schweren Choleraseuche heimgesucht wird. Frater José Olallo erweist sich bei dieser Gelegenheit als wahrer Barmherziger Bruder, der sich furchtlos in den Dienst der Bevölkerung von Camagüey stellt. Zwei schriftliche Zeugnisse belegen einhellig das heroische Verhalten des Seligen in dieser gefahrenvollen Situation. Obwohl ihm seine Arbeit kein offizielles Medizinstudium erlaubt, bildet er sich auf eigene Faust weiter und wird zu einem ausgezeichneten Krankenpfleger. Sein Leben in der Gemeinschaft von Camagüey, die aus vier Brüdern besteht, ist schlicht und einfach. An das Krankenhaus wenden sich nicht nur Kranke, sondern auch viele Arme, Sklaven, Kinder, Alte und überhaupt alle Entrechteten der damaligen Gesellschaft. Als im März 1845 der Prior des Hauses, Frater José de la Luz Valdés, stirbt und ihm Frater Juan Bautista Molina, ein erfahrener Chirurg, nachfolgt, wird Frater Olallo zum Pflegedienstleiter ernannt. Im Konvent verbleiben drei Brüder. 1856 wird der Prior des Hauses nach Havanna gerufen und der Selige Olallo zum Hausoberen von Camagüey ernannt. Mit ihm verbleibt nur ein anderer Bruder, Frater Juan Manuel Torres. Die beiden Brüder sorgen sich in den nächsten Jahren, unterstützt von den Mitarbeitern, vorbildhaft um das Krankenhaus, bis Frater Juan Manuel nach langer Krankheit am 26. Januar 1876 an einem Hirnschlag stirbt. Frater Olallo kümmert sich bis zum Schluss liebevoll und aufopferungsvoll um den kranken Mitbruder. Während des Zehnjährigen Krieges (1868-1878: Unabhängigkeitskrieg Kubas gegen Spanien) erwirkte Frater Olallo, dass Schwerkranke, Alte und Invaliden im Krankenhaus bleiben durften. Die anderen Betten mussten für Kriegsverletzte frei gemacht werden. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass die Militärs großen Respekt vor dem medizinischen Fachwissen von Frater Olallo hatten. 11. Mai 1873 fiel in den Gefechten auch der auf Seiten der Unabhängigkeitsbewegung kämpfende Major Ignacio Agramante. Frater Olallo nahm sich des Leichnams an und zeigte dabei eine zugleich humanitäre, patriotische und christliche Haltung. Obwohl seine Tat den spanischen Behörden nicht entging, blieb sie ohne Konsequenzen. Die Bevölkerung von Camagüey, die wie ein Mann hinter dem Major stand, vergaß diese Tat nie. Frater Olallo war ein Ordensmann mit einer beeindruckenden Glaubensstärke, deren Zentrum die Hospitalität war. Diese nach dem Vorbild des heiligen Johannes von Gott aus einem tiefen Glauben gelebte Hospitalität befähigte ihn, auch in Grenzsituationen mutig zu handeln. Ob Reinigungsdienste oder fachlich hochstehende Hilfsdienste bei Operationen, Frater Olallo wusste beides mit größter Sorgfalt zu leisten. Ein Zeuge erklärte, dass er der meist gesuchte Assistent bei den Chirurgen war. Außerdem war er ein exzellenter Zubereiter von Medikamenten und besaß das Talent, zwischen streitenden Parteien zu vermitteln. Er starb am 7. März 1889, nachdem er sich 13 Jahre lang aufopferungsvoll als einzig verbliebener Bruder um seine Bevorzugten, die Patienten und Armen, im Krankenhaus gekümmert hatte. Auf seinem Grabstein steht: „Frater Olallo, die Armen, die getröstet von dir gestorben sind, erwarten dich, die Armen, die du untröstlich zurückgelassen hast, beten für dich.“ Sein Seligsprechungsprozess wurde 1991 eingeleitet, 2006 wurde der heroische Tugendgrad anerkannt. Er wurde am 29. November 2008 in Camagüey/Kuba seliggesprochen.« (Biografie barmherzige-brueder.at)


Gebet zum sel. José Olallo Valdes

Herr, allmächtiger Vater, du hast uns mit dem Seligen José Olallo ein bewundernswertes Vorbild geschenkt, indem du durch ihn deine Barmherzigkeit gegenüber den Kranken und Hilfebedürftigen kundgetan hast. Gib, dass wir, auf seine Fürsprache, erfüllt von deiner Liebe, Jesus, den Barmherzigen Samariter, nachahmen, er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Quelle: ohsjd.org – Tagesgebet)

Eucharistische Anbetung und Gebet für geistliche Berufungen

„Die eucharistische Anbetung bedeutet konkret, eine Herzensbeziehung mit Jesus aufzubauen, der in der Hostie wahrhaft präsent ist … Eucharistische Betrachtung heißt, einen anschauen, der mich anschaut.“

P. Raniero Cantalamessa, Prediger des Päpstlichen Hauses

Herzlich laden wir ein, am Donnerstag, 27. Februar 2020, vor dem Allerheiligsten Anbetung zu halten, und Gott, unseren barmherzigen Vater, um Arbeiter in seinem Weinberg zu bitten. Die eucharistische Anbetungsstunde findet nach der Feier der heiligen Messe statt, die um 18.00 Uhr beginnt.

»Steh auf und geh!« – Feier der Aschermittwochsliturgie

„Die Fastenzeit ist die Zeit, den Kurs des Lebens wiederzufinden. Denn auf dem Lebensweg kommt es wie auf jedem Weg darauf an, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. (…) Kehrt um zu mir, spricht der Herr. Zu mir. Der Herr ist das Ziel unserer irdischen Reise. Der Kurs muss auf ihn hin ausgerichtet werden.“

Papst Franziskus, Predigt am Aschermittwoch 2019

Den Beginn der österlichen Bußzeit begehen wir mit einem besonderen Zeichen: indem wir das Aschenkreuz empfangen, erinnern wir uns an unsere Vergänglichkeit, erinnern wir uns an das alttestamentliche Zeichen der Umkehr und der Busse.

Herzlich laden wir zur Feier der Aschermittwochsliturgie am 26. Februar 2020 um 18.30 Uhr in die Benediktskapelle im Haus der Begegnung ein.

Selige des Monats Februar 2020: »Selige Regina Maria Vattalil«

Die »Selige des Monats Februar« ist die selige Regina Maria Vattalil. Ihren Gedenktag feiert die Kirche am 25. Februar. Ihre Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

»›The Heart of a Murderer‹ (Das Herz eines Mörders) ist ein preisgekrönter Dokumentarfilm über das Martyrium der indischen Ordensfrau Rani (Regina, Anm.) Maria Vattalil, die am 25. Februar 1995 mit 54 Messerstichen getötet wurde. Der Film erzählt die Geschichte aus der Perspektive ihres Mörders, der durch die Vergebung ihrer Familie und Mitschwestern eine innere Umkehr erlebte und auch bei der Seligsprechung der Ordensschwester anwesend war, die Kardinal Angelo Amato 2017 in Indore im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh feierte. Mariam Vattalil wurde am 29. Januar 1954 in Pulluvazhy im südindischen Kerala als Tochter katholischer Bauern geboren und besuchte ein von Ordensschwestern geführtes Internat. Mit 18 Jahren trat sie bei den Franziskaner-Klarissen (FCC) ein, wo sie 1974 die einfache Profess ablegte und den Namen Rani (Regina) Maria annahm. Die Franziskaner-Klarissen, eine in Indien gegründete Kongregation apostolischen Lebens, entsandten Missionarinnen in den stark vom hinduistischen Kastensystem geprägten Norden des Landes, um dort unter den ›Unberührbaren‹ Sozialarbeit zu leisten und das Evangelium zu verkündigen. Diese Aufgabe inspirierte auch Rani Maria, die sagte: ›Auch ich möchte in den Norden Indiens gehen, um den Armen zu dienen und für sie zu sterben.‹ Ihre Mitschwestern erinnern sich an sie besonders aufgrund ihrer großen Intelligenz, ihres Gehorsams und ihrer Hingabe an das Gebet. Vor allem liebte sie es, den Namen Jesu immer auf den Lippen zu tragen. Zu Weihnachten 1975 wurde Rani Maria nach Bijnor im nordindischen Uttar Pradesh entsandt, wo sie zunächst als Lehrerin tätig war und Soziologie studierte. 1980 legte sie die ewige Profess ab und war unter der armen Landbevölkerung tätig, wo sie durch ihre franziskanische Einfachheit sehr beliebt war. 1983 rief sie in Odagady Bildungsangebote für die Armen ins Leben, um ihnen bewusst zu machen, dass sie Rechte besaßen und der Ausbeutung nicht hilflos ausgeliefert waren. Bald kam es zu ersten Morddrohungen gegen die Ordensschwester, die sich mutig für die Verbesserung der Lebensbedingungen der ›Unberührbaren‹ einsetzte. Ab 1992 setzte sie ihre Arbeit in Udainagar fort, wo sie sich gegen die Machenschaften von Geschäftsinhabern und Banken stellte, die arme Bauern durch ein System von Wucherzinsen versklavten. Rani Maria wusste, dass sie durch ihren Einsatz ihr Leben riskierte, da ihre Gegner übermächtig und skrupellos waren, aber sie sagte: ›Ich würde gern als Märtyrerin sterben aus Liebe zu Jesus und für meine armen unterdrückten Geschwister.‹ An ihrem Todestag, dem 25. Februar 1995, stieg sie am frühen Morgen in einen Bus, der sie nach Indore bringen sollte. Ein Mitreisender begann, die Ordensfrau zu beschimpfen, und schließlich ließ Rani Marias Nebenmann, ein Hindu mit Namen Samundar Singh, den Bus anhalten. Er stieg aus, schlug an einem Felsen eine Kokosnuss auf und bot den Mitreisenden davon an: eine hinduistische Form des Gebets. Auch Rani Maria bot er ein Stück Kokosnuss an, zog es dann aber blitzschnell zurück und rammte ihr ein Messer in den Bauch. Immer wieder stach er zu, während Rani Maria bis zum letzten Atemzug den Namen Jesu wiederholte. Niemand kam ihr zu Hilfe; der Busfahrer und die Mitreisenden flohen in Panik. Wenige Stunden später fand man ihren Leichnam an der Landstraße. Er wurde in den Bischofssitz von Indore gebracht und dort aufgebahrt; zu ihrer Beisetzung wenige Tage später füllten unzählige Menschen aller Kasten und Religionen die Kathedrale. Samundar Singh – ein Auftragsmörder der Wucherer – wurde zum Tode verurteilt; dann wurde das Urteil in eine lebenslängliche Gefängnisstrafe umgewandelt. Im Gefängnis wurde er von Rani Marias leiblicher Schwester, die ebenfalls dem Orden angehört, sowie von ihrer Mutter besucht. Dass diese ihm zum Zeichen der Vergebung die Hände küsste, berührte Samundar Singh zutiefst. Er brachte tiefe Reue für seine Tat zum Ausdruck und wurde, auch auf Betreiben der Franziskaner-Klarissen, 2006 begnadigt. Rani Marias Familie nahm ihn als Bruder auf, was für ihn den Beginn eines neuen Lebens bedeutete. Als Zeichen dafür legt er jedes Jahr am 25. Februar einen Bund Weizenähren auf dem Grab der Märtyrerin nieder.« (Biografie die-tagespost.de)


Gebet zur Seligen Rani Maria Vattalil

O Allerheiligste Dreifaltigkeit Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, wir danken Dir, dass Du Sr. Rani Maria mit der Krone des Martyriums gesegnet und sie zur Ehre der Altäre als Selige erhoben hast. Dein Wort war das Licht auf ihrem Weg, Dein Körper war die Quelle ihrer Kraft und du hast sie gesalbt, um den Armen das Evangelium zu bringen.

Nach ihrem Beispiel segne uns, o Herr, dass wir dich vor allem mit Kraft und Begeisterung lieben und den Menschen um uns bezeugen. Stärke uns, damit wir wachsen in aufopferungsvoller Liebe und mitfühlender Fürsorge für die Armen und Bedürftigen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Aus dem Englischen frei übersetzt: blessedranimaria.com)

»Licht und Herrlichkeit«: Fest der Darstellung des Herrn

Das Grundwort des Glaubens ist kein »du musst«, »du sollst«, sondern »du bist« (nicht der kategorische Imperativ, sondern der kategorische Indikativ): Du bist von Gott geliebt. Wer sich geliebt weiß, wer Vertrauen erfährt, der kann sich trauen, aus sich herausgehen, sich loslassen und sein Leben Gott anvertrauen. Das ist wie ein Lichtblick: »Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi« (4,6). Wie am ersten Schöpfungstag: Gott spricht, aus Finsternis soll Licht aufleuchten – jetzt nicht um uns, sondern in unserem Herzen, von Christus her. Den Glanz seines Antlitzes tragen wir in uns. Wer’s erkennt, der ist wie neugeboren, eine neue Schöpfung. (Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.)

Herzlich laden wir zur Feier der heiligen Messe an Mariä Lichtmess, 02.02.2020, um 18.30 Uhr in die Benediktskapelle ein. In der Messfeier werden die mitgebrachten Kerzen gesegnet. Es besteht auch die Möglichkeit zum Empfang des Blasiussegens!

»Bittet also den Herrn der Ernte…«: Eucharistische Anbetung und Gebet für geistliche Berufungen

»Es bedeutet zu lernen, wie wir bei ihm verweilen und innehalten können, um mit ihm zu sprechen und dabei zu spüren, dass seine Gegenwart die wahrste, beste und wichtigste aller ist. Jeder von uns hat in seinem Leben bewusst und vielleicht manchmal unbewusst eine ganz genaue Reihenfolge der Dinge, die er für mehr oder weniger wichtig hält. Den Herrn anzubeten bedeutet, ihm den Platz zu geben, der ihm gebührt. Den Herrn anzubeten bedeutet, zu sagen und zu glauben – aber nicht nur mit Worten –, dass er allein wirklich unser Leben lenkt. Den Herrn anzubeten bedeutet, dass wir vor ihm die Überzeugung gewinnen, dass er der einzige Gott, der Gott unseres Lebens, der Gott unserer Geschichte ist.« (Aus der Predigt Papst Franziskus am 14.04.2013. in St. Paul vor den Mauern)

Herzlich laden wir zur eucharistischen Anbetung und zum Gebet für geistliche Berufungen ein am Donnerstag, 30. Jänner 2020. Die eucharistische Anbetungsstunde findet nach der Feier der heiligen Messe statt, die um 18.00 Uhr beginnt.

Seliger des Monats Jänner 2020: »Seliger Dom Columba Marmion«

Der »Selige des Monats Jännner« ist der selige Dom Columba Marmion. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 30. Jänner. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

„Wir müssen uns … bemühen, dahin zu gelangen, dass wir alles nur zur Ehre Gottes tun, um ihm zu gefallen und ihm Freude zu bereiten, auf dass nach den Worten des Herrn der Name des Vaters im Himmel geheiligt werde, dass sein Reich zu uns komme und sein Wille geschehe. Eine Seele, die solcherart ganz auf Gott gerichtet ist, wird immer mehr entflammt von Liebe; denn mit jedem Schritt dringt sie tiefer in die göttliche Liebe ein, weil sie nur aus Liebe handelt. Die Liebe wird dann zum Schwergewicht, das die Seele mit ständig wachsender Gewalt zur selbstlosen Treue im Dienst Gottes fortreißt. (vgl. Augustinus von Hippo, conf. 1, 13, 9)“ (Abt Dom Columba Marmion OSB: Christus – das Leben der Seele. Übertragen von M. Benedicta von Spiegel OSB, 4./5. Aufl. 1931, S. 248, 250, 268)

»Dom Columba Marmion wurde am 1. April 1858 in Dublin geboren. Sein Vater William Marmion war Ire, seine Mutter Herminie Cordier Französin. Auf den Namen Joseph Aloysius getauft, trat er 1874 in das diözesane Priesterseminar von Dublin ein. Seine Studien setzte er an der Universität Propaganda Fidei in Rom fort. Am 16. Juni 1881 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. Er wollte in der Folge Missionsbenediktiner in Australien werden, bei einem Besuch in der neuen Abtei Maredsous in Belgien beeindruckte ihn die dortige Liturgie so stark, dass er stattdessen in Maredsous eintreten wollte. Sein Bischof bat ihn zunächst um Geduld und ernannte ihn zum Kaplan in Dundrum und dann zum Theologieprofessor in Clonliffe (1882–86). Nebenbei wirkte Marmion als Beichtvater für Redemptoristinnen und auch in einem Frauengefängnis. Im Jahr 1886 trat er in das Noviziat der Abtei Maredsous ein und wurde von Abt Placidus Wolter als Novize eingekleidet. Die Auffassung des damals 30-Jährigen P. Marmion Gehorsams war schon mit ein Grund für seinen Eintritt gewesen, und das spirituelle Thema Gehorsam begleitete ihn sein Leben lang. Am 10. Februar 1891 legte er die Profess ab. Er wurde in Belgien und England bald als Beichtvater und Exerzitienmeister bekannt. Unter seinen Beichtkindern war Msgr. Désiré-Joseph Mercier, der spätere Kardinal. Sie wurden zu lebenslangen Freunden. Am 28. September 1909 wurde P. Marmion zum Abt gewählt und am 3. Oktober benediziert. Sein Motto, das er aus der Benediktsregel wählte, lautete: Magis prodesse quam praeesse (Es ist besser zu dienen als zu herrschen). Die Gemeinschaft von Maredsous zählte damals mehr als einhundert Mönche mit vielfältigen und anspruchsvollen Tätigkeitsfeldern, unter anderem die Herausgabe der Revue Bénédictine. Die Regierungszeit Abt Columbas war durch Krieg und Nationalismus geprägt. Dies bedeutete für ihn, da er selbst aus zwei Kulturen hervorgegangen und Abt einer deutschen Gründung in Belgien war, große Sorgen und verursachte ihm starke innere Leiden. Er suchte in der Predigttätigkeit seinen Trost und spendete ihn dabei auch anderen. Sein Sekretär Dom Raymond Thibaut edierte Marmions zahlreiche Ansprachen und Vorträge, die weltweit verbreitet, in mehrere Sprachen übertragen und geschätzt wurden. Dom Columba starb während einer Grippeepidemie am 30 Jänner 1923.

Ein wahrer Mann Gottes, ein Mönch des beständigen Gebetes und besorgt in allem zu gehorchen, so war Dom Marmion ein Apostel mit großem Herzen, darauf erpicht die frohe Botschaft unserer Annahme als Kinder Gottes in Jesus Christus großzügig zu verbreiten. Davon finden wir ein Echo in seinen drei bedeutsamsten Schriften: »Christus, das Leben der Seele«, »Christus in seinen Geheimnissen« und »Christus, unser Ideal«.  Seit dem 29 April 1963 befindet sich sein Grab in der Seitenkapelle Saint-Grégoire der Abteikirche. Der diözesane Prozess im Hinblick auf eine Seligsprechung dieses großen Diener Gottes wurde in Namur am 7. Februar 1957 eingeleitet und am 20 Dezember 1961 in Maredsous abgeschlossen. Am 28. Juni 1999, Tugendhaftigkeit und der Ruf der Heiligkeit des ehrwürdigen Columba Marmion wurden vor Papst Johannes-Paul verkündet von dem Präfekten der Kongregation der Heiligsprechungsprozesse in Rom. Nach einem positiven Beitrag von Ärzten hat die Kongregation jetzt eine wunderbare Heilung auf Grund der Fürsprache Dom Columba Marmions anerkannt. Dom Marmion wurde am 3. September 2000 seliggesprochen, zusammen mit Papst Johannes XXIII (+1963), Papst Pius IX (+1878), Msgr Tommaso Reggio (Erzbischof von Genua +1901) und Pfarrer Guglielmo Chaminade (+1850).« (Biografie de.wikipedia.org und maredsous.be)


Gebet zum Seligen Dom Columba Marmion

Herr, unser Gott,
du hast deinem Diener, dem seligen Dom Columba, so gut deutlich gemacht, dass wir durch unsere Taufe als seine Kinder angenommen und Brüder und Schwestern von Christus sind.
Lehre uns durch sein Beispiel und seine Lehre, wie man selbstlos in kindlicher Zuversicht und Schlichtheit großherzig als wahre Christen lebt.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
(Quelle: marmion.org)

»Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter…«: Fest der Taufe des Herrn

»Mit dem Fest der Taufe des Herrn endet die Weihnachtszeit in der römisch-katholischen Kirche. Dieses Fest wird am Sonntag nach Erscheinung des Herrn (Dreikönig) gefeiert und leitet gleichsam in die Zeit im Jahreskreis über. Es ist die dritte göttliche Weihnachtsoffenbarung: Am Fest der Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem (Christtag, Weihnachten) erfahren jüdische Hirten als Erste von der Geburt des Messias. Am Fest der Erscheinung des Herrn (Dreikönig) kommen Weise aus dem Morgenland, also Heiden, um den neugeborenen König und Messias anzubeten.
Heute am Fest der Taufe des Herrn am Jordan ertönt die göttliche Stimme aus dem Himmel, die Jesus für alle Umstehenden als den geliebten Sohn offenbart. Der Erwachsene Jesus kommt zu Johannes dem Täufer, der am Jordan angesichts des kommenden Gottesgerichts Umkehr zur Bußtaufe aufruft, um sich taufen zu lassen. Als Jesus aus dem Wasser steigt, sieht er den Himmel geöffnet und den Heiligen Geist in Taubengestalt herabkommen. Zugleich hört er Gottes Stimme vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.« (Quelle: Pfarre Ehwald)

Herzlich laden wir zur Feier der heiligen Messe am Fest der Taufe des Herrn, Sonntag, 12. Jänner 2020, um 18.30 Uhr in die Benediktskapelle im Haus der Begegnung ein.