Der Heilige des Monats September 2020: »Heiliger Sigmund Felix Felinski«

Der »Heilige des Monats September« ist der heilige Sigmund Felix Feliński. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 17. September. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

Sigmund Felix Feliński wurde am 1. November 1822 in Wojutyn bei Luzk in Wolhynien (heute Ukraine) geboren. Er war Sohn des Grundbesitzers Gerard, und Ewa. Der tief gläubigen Atmosphäre seines Elternhauses verdankte er seine starke Verankerung im Glauben und in den Sitten. Von seinen Eltern lernte er die Gottesliebe, Hingabe für das Vaterland und Wertschätzung des Menschen. Dank dieser Werten brach er nicht zusammen, als sein Vater starb, seine Mutter für ihre patriotische Aktivität nach Sibirien verbannt wurde, als die Regierung des Zaren das Familienvermögen konfiszierte und die sechs Geschwister obdachlos blieben. Im Alter von 17 Jahren brach er in die Welt auf, mit dem Glauben im Herzen und dem Vertrauen der hilfreichen Vorsehung Gottes. Sein einziges Reichtum waren: ein „Unschuldiges Herz, die Religion und brüderliche Liebe für der Nächsten“, sowie der Glaube, über den er folgendes sagte: „Mein Gesichtspunkt ist der Glaube, ich möchte, dass alles, was mir gefällt, was mich verzaubert und entzückt, seinen Anfang in ihm nimmt“ (1843). Dank seiner naturwissenschaftlichen Begabung erlangte er eine mathematische Ausbildung in Moskau und eine geisteswissenschaftliche an der Sorbonne und auf dem Collège de France. Seinen Patriotismus bezeugt die Teilnahme am Aufstand in Großpolen (1848), von der Dimension seines Geistes – die Freundschaft mit dem polnischen Nationaldichter Juliusz Słowacki. Der Stimme Jesu Christi folgend beschloss er in Paris, Priester zu werden. Im Jahre 1851 kehrte er nach Polen zurück, wo er in das Priesterseminar in żytomierz eintritt; weiteren Aufbau erlang er durch Ausbildung an der Priesterakademie in St. Petersburg, wo er auch zum Priester geweiht wurde (1855). Beseelt durch den Geist der Barmherzigkeit gründete er eine Herberge für die Waisen und Armen und eine Ordensgemeinschaft unter dem Namen „Familie Mariens“ (1857). Gleichzeitig ging er den Pflichten des Spirituals der Alumnen und des Akademieprofessors nach. Er wurde berühmt als Prediger und Beichtvater.  Am 6. Januar 1862 vom sel. Pius IX zum Erzbischof von Warschau ernannt, verbrachte er an der Weichsel nur 16 Monate, unter sehr widrigen Umständen, zur Zeit der patriotischen Manifestationen und dem Ausbruch des Nationalaufstandes. In dieser kurzen Zeit aber entwickelte er eine fruchtbare Tätigkeit, die als Ziel das Beleben des religiösen Lebens der Erzdiözese hatte. Dieser „Mensch der Vorsehung“, Zeichen „der göttlichen Barmherzigkeit“, machte in der polnischen Hauptstadt ein Zentrum der Wiedergeburt. Er organisierte Missionen und Andachtsübungen in Kirchen, Krankenhäusern und Gefängnissen; rief die Priester zur eifrigen Tätigkeit auf, zur Fürsorge die Nüchternheit des Volkes zu befördern. Er legte großen Wert auf die Verkündigung des Wortes Gottes, auf die Katechese, auf die Entwicklung des Bildungswesens. Er verbreitete die Andacht des Heiligsten Sakraments und die der Mutter Gottes; zu Ihrer Ehre verbreitete er in der Erzdiözese die Mai-Andacht. Besorgt um die religiöse Erziehung von Kindern und Jugendlichen gründete er in Warschau ein Waisenhaus und eine Schule, die er der Obhut der Schwestern der „Familie Mariens“ übergab. In Warschau galt er als „Engel des Friedens“, indem er das Volk zur Besonnenheit und fruchtbarer Wirkung zum Wohle der Heimat aufrief. Seiner Erfahrung und seinem realistischen Urteilsvermögen folgend versuchte er, die Gemüter zu besänftigen und das Volk vor dem Blutvergießen aufzuhalten. Doch nach Ausbruch des Januaraufstandes (1863) trat der gute Hirt für die Unterdrückten ein und teilte ihr Elend. Durch den darauffolgenden Wandel in der russischen Politik gegenüber dem polnischen Königreich ist der Erzbischof unbequem geworden. Nach St. Petersburg beordert, verließ er Warschau am 14. Juni 1863, unter Militäreskorte, als Staatsgefangener. Erst dann wurde Warschau voll gewahr, wer ihr Hirte wirklich war, der in einer so kurzen Zeit so viel Gutes getan; es herrschte die Ansicht vor, mit ihm sei „ein Hauch des Heiligen Geistes“ durch das Erzbistum gezogen. Der zur Verbannung ins Innere Russlands verurteilte Erzbischof Feliński verbrachte 20 Jahre in Jaroslawl an der Wolga, wo er, dem Gebet, dem Apostolat und der Barmherzigkeit ergeben, den Alltag mit seiner Heiligmäßigkeit erglänzte. Sein Schicksal legte er in die Hände des Heiligen Vaters, gleichzeitig leistete er dem Druck der Regierung sein Erzbischofsamt aufzugeben widerstand. Trotz der politischen Begrenzungen umgibt er mit Betreuung die Exilierten in Sibirien in dem er ihnen geistlichen Trost wie materielle Hilfe bringt. Er stiftet eine Kirche in Jaroslawl. Die Erinnerung an den „heiligen polnischen Bischof“, der „den polnischen und katholischen Geist in drei Generationen verwurzelt“, bleibt lebhaft an der Wolga durch lange Jahrzehnte. Nach 20 Jahren (1883) wurde er infolge einer Vereinbarung zwischen der russischen Regierung und dem Vatikan entlassen. Doch nach Warschau durfte er nicht mehr zurückkehren. So trat er seine zweite Verbannung an. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Feliński als Titularerzbischof von Tharsus, in dem Dorf Dzwinaczka in Podolien (Diözese Lemberg), wo er sich der seelsorgerischen, sozialen und der Bildungstätigkeit unter dem Bauernvolk widmete. In das Leben dieses Dorfes brachte er den Geist der religiösen Erneuerung ein, eines versöhnten Zusammenlebens zwischen den Ukrainern und Polen, sowie einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Namen der evangelischen Bruderschaft. Das dortige Volk hielt ihn für seinen Vater und Beschützer, einen „heiligen“ Geistlichen, und seinen Aufenthalt in dem Dorf für den „Gottes Segen“. Erzbischof Feliński starb am 17. September 1895 in Krakau, im Ruf eines heiligen. Man schrieb über ihn: „Ein großartiges Herz ist gesprungen“; er hinterließ ein königliches Erbe: „einen Priesterrock, ein Stundenbuch und viel Liebe unter den Menschen.“ (Quelle: muzeumfelinskiego.pl)


Gebet um Gnade durch die Fürsprache des Hl. Sigmund Felix

Gott, Du hast den heiligen Sigmund Felix, den Mann großer Demut und Schlichtheit, mit außergewöhnlichen Tugenden geziert; lass uns durch seine Fürsprache die Gnade erhalten, um die wir demütig bitten. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Vater unser, Gegrüßet seist du Maria, Ehre sei dem Vater.

(Quelle: muzeumfelinskiego.pl)

Der Heilige des Monats August 2020: »Heiliger Philipp Benizi«

Der »Heilige des Monats August« ist der heilige Philipp Benizi. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 23. August. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

Philippus aus der edlen Familie der Benizi studierte Medizin und Philosophie in Padua und Paris. Er trat 1254 im Kloster Monte Senario bei Florenz in den Servitenorden ein, wurde 1259 zum Priester geweiht und 1267 fünfter Generalprior des Ordens. Als sich das Konklave in Viterbo von 1268 bis 1271 hinzog, weil sich die Kardinäle nicht auf einen neuen Papst einigen konnten, wurde Philippus als Vermittler eingeschaltet und dann selbst zum Papstkandidaten; der Überlieferung zufolge versteckte er sich 1268 in einer Höhle nahe des heute nach ihm benannten Ortes Bagni San Filippo bei Siena, um sich einer Wahl zu entziehen, bis Gregor X. zum Papst gewählt war. Philippus leitete den Servitenorden mit großer Umsicht, gab ihm seine Konstitutionen mit Elementen der Regeln der Dominikaner und der Franziskaner und verteidigte seinen Fortbestand angesichts der drohenden Aufhebung durch die Beschlüsse des 2. Konzils von Lyon im Jahr 1274 und des 1276 durch den Dominikaner Papst Innozenz V. erlassenen Verbots der Ausbildung von Novizen; der Papst wollte offenbar, dass die Serviten aussterben sollten und ihr Erbe an den Heiligen Stuhl übergeben werde. Dennoch arbeitete Philippus an der Ausbreitung des Ordens; 1277 konnte in Halberstadt die erste deutsche Niederlassung eröffnet werden, Ordensprovinzen gab es nun auch in Polen und Ungarn. Philippus gewann viele neue Mitglieder für den Orden, insbesondere bedeutende Männer. Er gilt deshalb als „zweiter Gründer des Ordens“ und hat der Überlieferung im Orden zufolge zusammen mit Juliana Falconieri auch den weiblichen Zweig gegründet. Einem Aussätzigen schenkte Philippus einmal sein Unterkleid; als dieser es anzog, wurde er geheilt. Überliefert wird, dass die zum Konklave in Viterbo versammelten Kardinäle von diesem Wunder hörten und ihn deshalb zum Papst wählen wollten. Deshalb wird er oft mit der Tiara zu seinen Füßen dargestellt als Ausdruck dafür, dass er das Papstamt abgelehnt hat. Papst Honorius IV. stellte 1286 die Serviten wieder unter seinen päpstlichen Schutz, der Neubeginn war gesichert. Im nach Philippus Benitius benannten Dom von Todi werden seine Gebeine aufbewahrt. Der Servitenorden pflegt den Brauch, am Gedenktag von Philippus Brot und Wasser zu segnen, denn die Überlieferung berichtet, dass die Ordensbrüder in Arezzo dereinst unter einer Hungersnot litten; Philippus erflehte Hilfe bei Maria, kurz darauf stand ein Korb voll von Brot vor der Klosterpforte. Philippus‘ Verehrung wurde von Papst Leo X. 1516 bestätigt, am 8. Oktober 1645 wurde er durch Papst Innozenz’ X. seliggesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte am 12. April 1671 durch Papst Clemens X. (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zum heiligen Philipp Benizi

Barmherziger Gott, der heilige Philipp war in seiner Demut dein Werkzeug, um den Orden der Diener Mariens zu verbreiten und durch heilige Gesetze zu kräftigen. Hilf uns, der seligen Jungfrau Maria nach dem Vorbild dieses großen Vaters treu zu dienen und mit apostolischem Eifer an der Ausbreitung des Reiches deines Sohnes mitzuwirken. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen. (Quelle: serviten.de)

Die Heilige des Monats Juli 2020: »Heilige Clelia Barbieri«

Die »Heilige des Monats Juli« ist die heilige Clelia Barbieri. Ihren Gedenktag feiert die Kirche am 13. Juli. Ihre Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

„‚Jesus, mein Bräutigam, ich möchte dir das schreiben, um es immer im Gedächtnis zu haben. Große Gnaden hat Gott mir heute geschenkt. Ich war in der Kirche und wohnte der Messe bei, als ich einen starken Anstoß verspürte, der mich antrieb, meinen Willen in allen Dingen abzutöten, um dem Herrn immer mehr gefallen zu können. Und ich fühlte den Willen, es zu tun, aber ich hatte nicht die Kraft dazu. Du siehst, o großer Gott, den entschlossenen Willen, dich zu lieben, und ich möchte dir nie Missfallen. Aber mein Elend ist so groß, dass ich dich immer beleidige. Herr öffne dein Herz und sende das Feuer deiner Liebe, um mein Herz zu entflammen und mein Herz brennen zu lassen.‘ Als Antwort lässt Clelia Jesus sprechen: ‚Du kannst nicht wissen, vielgeliebte Tochter, wie sehr ich dich liebe, wie sehr ich dir zugetan bin, wie brennend ich wünsche, dass die Heiligkeit in dir leuchte. Hab also Mut, kämpfe weiter, denn alles wird gut gehen. Wenn du zu leiden haben wirst, dann vertraue dich meinem Herzen an. Ich werde dir in der Kraft Gottes Ruhe schenken!‘“ (Hl. Clelia Barbieri)

Clelia Barbieri wurde am 13. Februar 1847 in Budrie di San Giovanni in Persiceto bei Bologna geboren. Ihr Vater starb, als sie acht Jahre alt war, sie wuchs danach in bitterer Armut auf, konnte nicht einmal ihre Volksschulausbildung beenden. Die gute Erziehung ihrer Mutter, die vornehmer Abstammung war und ihren armen Mann aus Liebe geheiratet hatte, glich die mangelnde Bildung aus. Unter der geistlichen Leitung eines Priesters verschrieb sie schon in jungen Jahren ihr Leben dem immerwährenden Gebet. Ihrer Mutter half sie im Haushalt, daneben lehrte sie den Kindern der Pfarre den Katechismus. 1868 begann sie mit drei Gefährtinnen ein gemeinsames Leben in einem kleinen Haus in der Nähe der Pfarrkirche – der Beginn der „Kongregation der kleinsten Schwestern der Schmerzensmutter“ mit der Aufgabe der Unterweisung von Kindern armer Eltern und der Fürsorge für Arme und Kranke. Gut zwei Jahre später – am 13. Juli 1870 – starb sie, ausgezehrt von Tuberkulose, nachdem sie die Gnade der Stigmatisierung als höchsten Grad der mystischen Erfahrung erfahren hatte.

Clelia Barbieris Kongregation wurde später in den Servitenorden eingegliedert. Clelia wurde am 27. Oktober 1968 von Papst Paul VI. selig- und am 9. April 1989 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

(Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zur heiligen Clelia Barbieri

Gott, du hast in der heiligen Clelia der christlichen Gemeinde ein Beispiel des Lebens nach dem Evangelium gegeben. Sie diente ihren Mitmenschen in freudiger Verfügbarkeit. Gewähre auch uns auf ihre Fürsprache hin, dem milden und von Herzen demütigen Christus nachzufolgen und einst das Erbe deines Reiches zu empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

(Quelle: serviten.de)

Heiliger des Monats Juni 2020: »Hl. Antonius von Padua«

Der »Heilige des Monats Juni« ist der heilige Antonius von Padua. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 13. Juni. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

Ferdinand Martim de Bulhões e Taveira wurde um 1195 als Sohn einer begüterten Adelsfamilie geboren. Er wurde zuerst an der Schule der seinem Elternhaus benachbarten Kathedrale, dann ab 1210 an der Schule der Augustiner im Kloster São Vicente de Fora in Lissabon und ab 1212 im Augustinerkloster Santa Cruz in Coimbra ausgebildet. Nach gründlichen wissenschaftlichen Studien wurde er 1212 in Coimbra zum Priester geweiht. Erschüttert durch das Erlebnis der Bestattung der Gebeine der fünf marokkanischen Märtyrer in seiner Kirche reifte sein Entschluss, sich den Franziskanern anzuschließen; 1220 trat er in Coimbra ins Kloster ein, das Santo António dos Olivares geweiht war und nahm den Ordensnamen Antonius an. 1220 ging Antonius selbst nach Marokko, wurde aber durch Krankheit zur Heimkehr gezwungen, wobei ein Sturm ihn nach Sizilien verschlug.

Er ging nach Assisi und nahm 1221 am Generalkapitel seines Ordens teil; dabei erlebte er die Versammlung mit 3000 Ordensbrüdern und Franziskus persönlich. Die Brüder erkannten seine Begabung als Redner; Antonius lebte dann längere Zeit in der Einsiedelei auf dem Monte Paulo bei Forlì. Gratian, der Ordensprovinzial der Romagna, beauftragte ihn 1222 bis 1224 mit dem Kampf gegen die Katharer und die Waldenser in Oberitalien, v. a. in Rimini und Mailand sowie in Südfrankreich, wo er als eindrücklicher Bußprediger wirkte. Er stand in dieser Zeit den Franziskanern in Le Puy und Limoges als Guardian vor. Seine franziskanische Armut verlieh seinen Reden Glaubwürdigkeit, seine enorme Bibelvertrautheit verschaffte ihm Bewunderung, er wirkte so überzeugend, dass man ihn den „Hammer der Ketzer“ nannte. Die Legende berichtet von Antonius‘ ans Wunderbare grenzende Begabung, sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Schwung seiner Rede verständlich zu machen.

Zu den bekanntesten seiner Legenden gehört die Predigt am Ufer von Rimini: die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder habe fast die ganze Bevölkerung der Stadt bekehrt. Als jemand – in mancher Überlieferung ein Katharer – die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte, ließ Antonius einen Maulesel bringen, der drei Tage nichts zu Fressen bekommen hatte; das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu berühren, vor Antonius nieder, weil der ihm mit der Hostie entgegentrat. Papst Gregor IX. nannte ihn, als er ihm zuhörte, Schatztruhe der Heiligen Schrift.

Franziskus ernannte ihn 1224 zum Lektor der Theologie für die Minderen Brüder des Ordens an der Universität in Bologna und theologischen Leiter des Ordens. Antonius führte nun die Theologie von Augustinus in den Franziskanerorden ein. 1227 bis 1230 war Antonius wieder als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial der Romagna mit Sitz in Padua, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, er musste ins Freie ausweichen, die Überlieferung berichtet von bis zu 30.000 Zuhörern.

Die ganze Region um Padua schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Ein junger Mann aus Padua, der seiner eigenen Mutter einen Fußtritt verpasst hatte, war der Überlieferung nach von Antonius‘ Predigt so ergriffen, dass er sich zur Buße sein Bein mit einem Beil abhackte; Antonius aber fügte es wundersamerweise wieder an. 1230 legte er, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder, und lebte auf einem Nussbaum auf dem Landgut Camposampiero bei Padua. In seiner letzten Lebensphase wurde er von den Klarissen im Kloster Arcella in Padua gepflegt, wo er am 13. Juni 1231 starb.

Antonius‘ Patronat für verlorene Sachen geht zurück auf die Überlieferung, dass ein junger Mönch den Psalter des Antonius ohne dessen Erlaubnis mitnahm. Daraufhin wurde er von Erscheinungen heimgesucht, so dass er das Buch schleunigst zurückbrachte. Das Attribut Jesuskind geht auf eine Legende zurück, nach der ein Graf – nach spätere Überlieferung sein Förderer Graf Tiso von Camposampiero – als Gastgeber des Heiligen diesen nachts aufsuchte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Aus der Kammer des Heiligen drang ein so heller Lichtschein, dass der Graf einen Brand vermutete und erschrocken die Tür aufriss. Er fand Antonius lächelnd vor, in seinen Armen das strahlende Jesuskind haltend. Der Augenzeuge durfte erst nach dem Tode des Heiligen von diesem Geschehnis berichten. Antonius wurde zunächst in S. Maria Maggiore in Padua beigesetzt. 1263 wurden seine Gebeine in Anwesenheit von Johannes Bonaventura erhoben und in die zu seinen Ehren neu gebaute und ihm geweihte Basilika in Padua übertragen.

Bereits elf Monate nach seinem Tod sprach Papst Gregor IX. Antonius – aufgrund des stürmischen Verlangens des Volkes, das ihn gleich nach seinem Tod als großen Wundertäter verehrte -, nach dem bis dahin und bis heute kürzesten Kanonisierungsprozess der Kirchengeschichte am 30. Mai 1232 in Spoleto heilig, nachdem zuvor schon 47 Wunder dokumentiert wurden. 1946 wurde er von Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer ernannt, obwohl er nur einige Predigtmanuskripte hinterließ. (Quelle: heiligenlexikon.de)


Anrufung um den Schutz des hl. Antonius

Heiliger Antonius, voller Vertrauen und gestärkt von der Gewissheit, dass wir nicht umsonst zu dir beten, nehme auch ich meine Zuflucht zu dir, denn du bist ein mächtiger Fürsprecher vor Gott.

Du, der ein Leben des Evangeliums geführt hast, komme mir zu Hilfe und bestärke meinen Glauben und meine christliche Hoffnung; du, Prediger der Botschaft der Menschenliebe, wecke in allen Menschen den Wunsch nach Frieden und Brüderschaft: Du, Schutzpatron der Armen und Leidenden, hilf’ den Armen und den Verlassenen.

Segne meine Arbeit und meine Familie, halte fern von meinen Angehörigen Krankheiten und alle Gefahren für Leib und Seele. Gib, dass ich auch in Stunden der Prüfung und des Leides stark bleibe in meinem Glauben und in der Liebe zu Gott. Amen.

(Quelle: sanantonio.org)

Heilige Märtyrerin Corona, bitte für uns

Am 14. Mai gedenkt die katholische Kirche der heiligen Märtyrerin Corona. »Corona war nach den Legenden die Frau des Märtyrers Victor. Im Alter von erst 16 Jahren starb sie ebenfalls den Martertod, indem sie mit zwei gebeugten Palmen beim Emporschnellen zerrissen wurde.« (Quelle: heiligenlexikon.de) Im Gebet wollen wir uns um Fürsprache und Schutz an sie wenden:

Vater im Himmel, wir danken dir für Jesus Christus, deinen Sohn, der uns erlöst hat, und für den Heiligen Geist, den du gesandt hast. Danke, dass du uns in diesen Tagen im Wort und im Heiligen Geist besonders nahe bist und uns in der Anbetung und Fürbitte verbindest. Wir preisen dich für das Glaubenszeugnis der heiligen Corona. In dieser Zeit der Sorgen bitten wir um ihre Fürsprache.

Heilige Corona, mutige junge Frau – bitte für uns
Heilige Corona, Trösterin im Leid –
Heilige Corona, stark im Glauben –
Heilige Corona, tapfer in der Bedrängnis –
Heilige Corona, gekrönte Märtyrerin –
Heilige Corona, Fürsprecherin gegen Seuchen –
Heilige Corona, Fürsprecherin in Geldfragen –
Heilige Corona, Fürsprecherin in Entscheidungen –
Heilige Corona, Geschenk der Vorsehung Gottes – erbitte uns Umkehr und ein Ende der Not

Pater noster. Ave Maria. Gloria Patri.

(Gebet aus einer Novene zur hl. Corona von Elisabeth Obermayer)

Heilige des Monats Mai 2020: »Hl. Jungfrau und Gottesmutter Maria«

Die »Heilige des Monats Mai« ist die heilige Gottesmutter Maria. Ihr gedenken wir besonders am 24. Mai, dem Fest „Maria, Hilfe der Christen“, in dieser besonderen Situation. Reliquien vom Geburtshaus, vom Sterbehaus und vom Grab Mariens befinden sich im Haus der Begegnung und können in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.

Über Abstammung und Jugend Marias findet sich in der Bibel nichts; die Stammbäume für Jesus im Matthäus- und Lukasevangelium wollen Jesu Abstammung von Joseph und damit aus dem Geschlecht Davids aufzeigen. Von Maria wird nur berichtet, dass sie in Nazaret zuhause, mit Joseph verlobt und mit Elisabeth verwandt war; vermutlich stammte sie also aus priesterlichem Geschlecht, da Elisabeth mit dem Priester Zacharias verheiratet war. Quelle für das Leben von Maria sind deshalb nicht nur die biblischen Evangelien, sondern vor allem apokryphe Schriften, insbesondere das sogenannte Evangelium des Jakobus. Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien der ihr trotz ihres Alters Nachkommen verheißende Engel. Das Kind Maria wurde geboren. Von Anna sorgfältig unterwiesen und dem Tempeldienst gewidmet, schritt die Dreijährige selbständig die Treppen empor, wo der Hohepriester sie mit den Tempelfrauen empfing – als Mariä Tempelgang ist diese Szene bekannt. Nun berichten die Überlieferungen die Szene mit den 12 Auserwählten aus den zwölf Stämmen Israels, die ihre Stäbe zum Orakel in den Tempel brachten. Allein der Stab des alten Joseph aus dem Geschlecht Davids erblühte; eine Taube erschien darauf, Maria, die Jungfrau, wurde ihm angetraut – so fand die Verlobung, lateinisch Sponsalia, statt. Es folgt die im Neuen Testament bezeugte Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria mit der Begrüßung Ave Maria (Lukasevangelium 1, 26 – 38). Maria wurde – wohl im damals üblichen Alter von 15 Jahren – mit Jesus schwanger. Lukas- und Matthäusevangelium bemühen sich, diese Schwangerschaft und bei Lukas die Geburt als ein wunderbares, von Gott gewirktes Ereignis darzustellen, um damit auch die besondere Bedeutung Jesu erkennbar zu machen: das Leben des Kindes in ihrem Schoß ist durch den Heiligen Geist in der Kraft Gottes geweckt worden, das Kind wird deshalb Sohn Gottes genannt werden (Lukasevangelium 1, 35). Im Markus- und Johannesevangelium sowie in den Briefen des Apostels Paulus fehlen entsprechende Hinweise. Im Traum wurde Joseph vom Engel angewiesen, die schwangere Maria nicht zu verlassen (Matthäusevangelium 1, 19 – 24) – dies wird als Rechtfertigung bezeichnet. Joseph und Maria machten sich dann der Überlieferung im Lukas- und Matthäusevangelium nach auf den Weg nach Betlehem; kurz vorher machten sie der Überlieferung zufolge ruhten sie unterwegs am Rastplatz der Maria – heute im Stadtgebiet von Jerusalem. In Betlehem wurde dann das Jesuskind geboren. Die Geburt und die Verkündigung der Engel an die Hirten und deren Verehrung des Neugeborenen, die berühmte Weihnachtsgeschichte, ist überliefert im Lukasevangelium 2, 1 – 20. Nach der Überlieferung im Matthäusevangelium folgt die Verehrung der Weisen – der heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar -, ihre Begegnung mit Herodes, dessen – angeblicher, historisch aber nicht zu belegender – Befehl zum Kindermord, der Traum der Könige und der Traum Josephs, der die Flucht nach Ägypten veranlasste, um Jesus vor dem Mordkommando des Herodes zu schützen (Matthäusevangelium 2). Diese Flucht ist von einer Reihe apokrypher Legenden umrahmt: ein aufwachsendes Ährenfeld verbarg die Flüchtenden; ein Palmbaum neigte sich ehrerbietig; Götter stürzten um; Räuber bekehrten sich; das Jesuskind spielte mit aus Ton geformten Vögeln, die lebendig wurden; Maria strickte einen Rock, der mit dem heranwachsenden Jesus stets mitwuchs; in Heliopolis – dem heutigen El Matareya – rastete die Familie in einem Sykomore-Baum, der seinen Stamm geöffnet hatte, um sie vor nachstellenden Räubern zu verbergen und daneben entsprang dann auf Marias Gebet eine Quelle, beide sind heute dort noch immer in der Kirche der seligsten Jungfrau zu sehen. Acht Tage nach der Geburt erfolgte die Namensgebung und Beschneidung Jesu (Lukasevangelium 2, 21). Die Darbringung im Tempel, das jüdische Reinigungsopfer der Mutter, ist wieder im Lukasevangelium (2, 22- 40) erzählt; dabei erkannte der greise Simeon Jesus als den erwarteten Heilsbringer, sagte aber auch sein Leiden und das Leid von Maria voraus: auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen. Ausführlich als Lichterfest geschildert ist diese Szene in der Legenda Aurea, sie trägt daher auch die Bezeichnung Mariä Lichtmess. Das Ehepaar suchte eines Tages den Sohn und fand Jesus als Zwölfjährigen mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lukasevangelium 2, 41 – 52). Von Joseph wird danach nichts mehr berichtet. Maria dagegen ist im späteren Leben Jesu bei allen wichtigen Situationen gegenwärtig, ohne im Vordergrund zu stehen. Vom 12. Jahrhundert an wird Maria mit dem Kind als Madonna verehrt; dem tritt eine Vorstellung aus der Apokalypse (Offenbarung 12) zur Seite: die vom Drachen verfolgte Frau, die das Kind zur Welt bringt, das Michael rettete, und die von der Sonne bekleidet, von Sternen bekrönt auf dem Monde steht, als Mondliebe-Madonna bezeichnet. Nach dem Tod Jesu ging Maria der Überlieferung zufolge zwischen den Jahren 37 und 48 mit Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, nach Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk. Dass sich hier ihr Grab befindet wird erstmals 431 beim Konzil von Ephesus benannt. Älter ist die Überlieferung, Maria sei in Jerusalem gestorben, dort wird ihr Grab nahe des Löwentors am östlichen Rand der Altstadt verehrt in der Krypta einer Kirche, die südlich des Ölberges im 4. Jahrhundert erbaut und um 1130 von den Kreuzfahrern erneuert wurde. Der Tod der Maria – byzantinisch Koimesis, orthodoxe Kirchengebäude tragen diesen Namen – ist ein großes Thema von später entstandenen Legenden: Maria erschien am Berg Zion – oder in Ephesus – ein Engel mit leuchtendem Palmzweig und verkündete ihr den Tod. Sie bat, dass die Apostel zugegen sein sollten; diese wurden von Wolken herbeigetragen und umstanden das Lager der Sterbenden; Christus nahm die Seele der Entschlafenen auf den Arm. Die Hände des Hohenpriesters, der den Leichnam vernichten und mit Bewaffneten verhindern wollte, dass er in das Tal Josaphat – den Ort, an dem nach dem alttestamentlichen Buch Joel (4, 12) das göttliche Endgericht stattfinden soll – gebracht wird, blieben an der Bahre kleben, bis Petrus sie löste, ihn heilte und bekehrte. (Quelle: heiligenlexikon.de)


Gebet zur hl. Gottesmutter Maria, Hilfe der Christen

Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein Eigen sein.
Dein im Leben, dein im Tod,
dein in Unglück, Angst und Not.
Dein in Kreuz und bittrem Leid,
dein für Zeit und Ewigkeit.

Mutter, auf dich hoff und baue ich,
Mutter, zu dir ruf und seufze ich,
Mutter, du Gütigste, steh mir bei,
Mutter, du Mächtigste, Schutz mir verleih.

O Mutter, so komm, hilf beten mir,
o Mutter, so komm, hilf streiten mir,
o Mutter, so komm, hilf leiden mir,
o Mutter, so komm, und bleib bei mir.

Du kannst mir ja helfen, du Mächtigste,
du wirst mir auch helfen, du Gütigste,
du musst mir auch helfen, du Treueste,
du wirst mir auch helfen, Barmherzigste.

O Mutter der Gnaden, der Christenhort,
du Zuflucht der Sünder, des Heiles Pfort.
Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier,
du Trost der Betrübten, ihr Schutzpanier.

Jungfrau Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein Eigen sein.
Dein im Leben, dein im Tod,
dein in Unglück, Angst und Not.
Dein in Kreuz und bittrem Leid,
dein für Zeit und Ewigkeit. Amen.

Heiliger des Monats April 2020: Hl. Josef Benedikt Cottolengo

Der »Heilige des Monats April« ist der heilige Josef Benedikt Cottolengo. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 30. April.

Am 2. Mai 2010 stattete Papst em. Benedikt XVI. der norditalienischen Stadt Turin einen Pastoralbesuch ab, wo er unter anderem das von seinem Namensvetter, dem heiligen Giuseppe Benedetto (Joseph Benedikt) Cottolengo, gegründete Sozialwerk besuchte. Bereits in seiner ersten Enzyklika „Deus caritas est“ hatte Benedikt XVI. ihn neben weiteren Sozialheiligen als Vorbild der Nächstenliebe erwähnt: „Heiligengestalten wie Franz von Assisi, Ignatius von Loyola, Johannes von Gott, Kamillus von Lellis, Vinzenz von Paul, Louise de Marillac, Giuseppe B. Cottolengo, Johannes Bosco, Luigi Orione und Mutter Teresa von Kalkutta — um nur einige zu nennen — sind berühmte Vorbilder sozialer Liebestätigkeit für alle Menschen guten Willens. Die Heiligen sind die wahren Lichtträger der Geschichte, weil sie Menschen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sind.“ Der Gedenktag des „Italienischen Apostels der Nächstenliebe“, der 1934 von Papst Pius XI. heiliggesprochen wurde, wird am 30. April gefeiert. Giuseppe Benedetto Cottolengo wurde am 3. Mai 1786 im piemontesischen Bra unweit von Turin geboren. Seine Familie gehörte zum Mittelstand und war tief im Glauben verwurzelt. Schon früh entschloss er sich, Priester zu werden. Er wurde am 8. Juni 1811 geweiht und nach seiner Kaplanszeit nach Turin geschickt, um seine theologischen Studien fortzusetzen, die er 1816 abschloss. Anschließend wurde er Kanoniker an der Basilika „Corpus Domini“, wo er sich vor allem der Predigt und der Beichte widmete. Daneben widmete er sich der Armenfürsorge. Er entwickelte eine Spiritualität, die ihn zu einer immer größeren Abkehr von materiellen Gütern führte und ihn nach einer neuen Form suchen ließ, seine priesterliche Berufung zu leben. Am 2. September 1827, mit 41 Jahren, hatte Cottolengo ein einschneidendes Erlebnis: An das Sterbelager einer Frau gerufen, fand er diese in einem armseligen Stall vor, im sechsten Monat schwanger und umringt von weinenden Kindern und ihrem verzweifelten Ehemann. Dieser hatte versucht, seine an Tuberkulose erkrankte Frau in mehreren Krankenhäusern unterzubringen, war aber überall abgewiesen worden. Cottolengo verstand, dass Gott ihn rief, ein Heim für jene Menschen zu schaffen, die an keinem anderen Ort aufgenommen werden. Am 17. Januar 1828 eröffnete er das erste Heim für notleidende Menschen bei der Basilika „Corpus Domini“. Als dieses drei Jahre später geschlossen werden musste, da die Stadt den Ausbruch einer Cholera-Epidemie befürchtete, errichtete Cottolengo ein neues Heim in Turin, unterstützt von Lorenzo Granetti, dem Leibarzt von König Carlo Alberto von Savoyen. Granetti wurde der erste Direktor der „Piccola Casa della Divina Provvidenza“ (Kleines Haus der Göttlichen Vorsehung). Bis heute ist es das Mutterhaus des Sozialwerkes, zu dem 35 Häuser in Italien und fünfzehn weitere in Europa, Asien, Amerika und Afrika gehören. Körperlich und geistig behinderte Menschen finden hier ebenso Aufnahme wie Arme und Kranke, Drogensüchtige, Obdachlose und Flüchtlinge. Cottolengo gründete außerdem drei Ordensgemeinschaften (für Schwestern, Laienbrüder und Priester), die in den Heimen tätig sind. Daneben sind zahlreiche Laien ehrenamtlich in die Arbeit eingebunden. Mit 55 Jahren erkrankte Cottolengo an Typhus. Er starb am 30. April 1842 im Haus seines Bruders Luigi, der ebenfalls Priester war, in Chieri im Randgebiet von Turin. Der heilige Cottolengo konnte, so Benedikt XVI. in Turin, „in jedem Menschen, auch in denen, die am Rande der Gesellschaft stehen, eine große Würde erkennen. Er hatte verstanden, dass jene, die mit Leiden und Ablehnung konfrontiert sind, dazu neigen, sich zu verschließen und zu isolieren und Misstrauen gegenüber dem Leben zu zeigen. Soviel menschliches Leiden auf sich zu nehmen bedeutete für unseren Heiligen daher, Beziehungen liebevoller, vertrauter und unmittelbarer Nähe zu schaffen und Strukturen ins Leben zu rufen, die diese Nähe fördern können, im Stil der Familie, der auch heute noch gepflegt wird“. (Quelle: Die Tagespost, 25. April 2018)


Gebet zum heiligen Josef Benedikt Cottolengo

Heiliger Josef Cottolengo, du hast in deinem Leben ein großes Mitgefühl für die Armen gezeigt. Erbitte mir ein gutes Herz, das aufmerksam ist auf die Leiden der Schwächeren. Dein Vertrauen in die göttliche Vorsehung hat nie gewankt. Erwirke mir den Blick des Glaubens, um jeden Tag alle Aufmerksamkeiten erfassen zu können, die Gott Vater mir schenkt. Hilf, dass uns in unseren Gemeinschaften und in unseren Leben nie diese einfache und klare Sicherheit verloren geht: Gott sieht vor!

Heiliger Josef Cottolengo, richte auf mich und alle, die mir lieb sind, deinen mitfühlenden Blick. Hilf uns in unseren Nöten und erbitte für uns die Gnaden, die wir notwendig haben, befreie uns aus allen Gefahren und schenke uns die Fähigkeit, Gott über alles lieben zu können. Heiliger Josef Benedikt Cottolengo, bitte für uns!

(Quelle: comunitacenacolo.it)

»Hl. Corona, bitte für uns«: Gebet um Gottes Hilfe in dieser schweren Zeit

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung. Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind. Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir. Amen.

(Johannes Hartl / Gebetshaus Augsburg)


Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmittel suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz

Seliger des Monats März 2020: Sel. José Olallo Valdes

Der »Selige des Monats März« ist der selige José Olallo Valdes. Seinen Gedenktag feiert die Kirche am 7. März. Seine Reliquie befindet sich im Haus der Begegnung und kann in der Kapelle einen Monat lang verehrt werden.
»Frater José Olallo wurde am 12. Februar 1820 in Havanna geboren. Seine Eltern sind unbekannt. Am 15. März wurde er im Waisenheim San José von Havanna abgegeben, wobei lediglich sein Geburtsdatum mit dem Hinweis angegeben wurde, dass er noch nicht getauft sei. Deswegen wurde er noch am selben Tag getauft. In dem Waisenheim blieb er etwa sieben Jahre, danach kam er in ein Kinderheim, wo er seine Schulbildung abschloss. Er fühlte sich seit frühester Kindheit besonders von den karitativen Aufgaben angezogen, welche er die Brüder des Hospitals des heiligen Johannes von Gott, das er häufig besuchte, ausführen sah. Schon bald wollte auch er zu ihnen gehören. Genauere Einzelheiten über den Ordenseintritt, die Zeit des Noviziats und die Profess sind nicht bekannt, weil die betreffenden Unterlagen in den Wirren der Säkularisation, die 1820 in Spanien einsetzte und einige Jahre später auf Kuba übergriff, verloren gegangen sind. Zuverlässig überliefert ist nur, dass er am 13. April 1835 als Professbruder in den Konvent von Camagüey kam. Das Hospital des heiligen Johannes von Gott von Camagüey war ein Krankenhaus für Männer mit fünf Krankensälen, in denen in der Regel an die 100 Patienten gepflegt wurden. Öffentlich hervor tut er sich das erste Mal im Juli 1835, als Camagüey von einer schweren Choleraseuche heimgesucht wird. Frater José Olallo erweist sich bei dieser Gelegenheit als wahrer Barmherziger Bruder, der sich furchtlos in den Dienst der Bevölkerung von Camagüey stellt. Zwei schriftliche Zeugnisse belegen einhellig das heroische Verhalten des Seligen in dieser gefahrenvollen Situation. Obwohl ihm seine Arbeit kein offizielles Medizinstudium erlaubt, bildet er sich auf eigene Faust weiter und wird zu einem ausgezeichneten Krankenpfleger. Sein Leben in der Gemeinschaft von Camagüey, die aus vier Brüdern besteht, ist schlicht und einfach. An das Krankenhaus wenden sich nicht nur Kranke, sondern auch viele Arme, Sklaven, Kinder, Alte und überhaupt alle Entrechteten der damaligen Gesellschaft. Als im März 1845 der Prior des Hauses, Frater José de la Luz Valdés, stirbt und ihm Frater Juan Bautista Molina, ein erfahrener Chirurg, nachfolgt, wird Frater Olallo zum Pflegedienstleiter ernannt. Im Konvent verbleiben drei Brüder. 1856 wird der Prior des Hauses nach Havanna gerufen und der Selige Olallo zum Hausoberen von Camagüey ernannt. Mit ihm verbleibt nur ein anderer Bruder, Frater Juan Manuel Torres. Die beiden Brüder sorgen sich in den nächsten Jahren, unterstützt von den Mitarbeitern, vorbildhaft um das Krankenhaus, bis Frater Juan Manuel nach langer Krankheit am 26. Januar 1876 an einem Hirnschlag stirbt. Frater Olallo kümmert sich bis zum Schluss liebevoll und aufopferungsvoll um den kranken Mitbruder. Während des Zehnjährigen Krieges (1868-1878: Unabhängigkeitskrieg Kubas gegen Spanien) erwirkte Frater Olallo, dass Schwerkranke, Alte und Invaliden im Krankenhaus bleiben durften. Die anderen Betten mussten für Kriegsverletzte frei gemacht werden. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass die Militärs großen Respekt vor dem medizinischen Fachwissen von Frater Olallo hatten. 11. Mai 1873 fiel in den Gefechten auch der auf Seiten der Unabhängigkeitsbewegung kämpfende Major Ignacio Agramante. Frater Olallo nahm sich des Leichnams an und zeigte dabei eine zugleich humanitäre, patriotische und christliche Haltung. Obwohl seine Tat den spanischen Behörden nicht entging, blieb sie ohne Konsequenzen. Die Bevölkerung von Camagüey, die wie ein Mann hinter dem Major stand, vergaß diese Tat nie. Frater Olallo war ein Ordensmann mit einer beeindruckenden Glaubensstärke, deren Zentrum die Hospitalität war. Diese nach dem Vorbild des heiligen Johannes von Gott aus einem tiefen Glauben gelebte Hospitalität befähigte ihn, auch in Grenzsituationen mutig zu handeln. Ob Reinigungsdienste oder fachlich hochstehende Hilfsdienste bei Operationen, Frater Olallo wusste beides mit größter Sorgfalt zu leisten. Ein Zeuge erklärte, dass er der meist gesuchte Assistent bei den Chirurgen war. Außerdem war er ein exzellenter Zubereiter von Medikamenten und besaß das Talent, zwischen streitenden Parteien zu vermitteln. Er starb am 7. März 1889, nachdem er sich 13 Jahre lang aufopferungsvoll als einzig verbliebener Bruder um seine Bevorzugten, die Patienten und Armen, im Krankenhaus gekümmert hatte. Auf seinem Grabstein steht: „Frater Olallo, die Armen, die getröstet von dir gestorben sind, erwarten dich, die Armen, die du untröstlich zurückgelassen hast, beten für dich.“ Sein Seligsprechungsprozess wurde 1991 eingeleitet, 2006 wurde der heroische Tugendgrad anerkannt. Er wurde am 29. November 2008 in Camagüey/Kuba seliggesprochen.« (Biografie barmherzige-brueder.at)


Gebet zum sel. José Olallo Valdes

Herr, allmächtiger Vater, du hast uns mit dem Seligen José Olallo ein bewundernswertes Vorbild geschenkt, indem du durch ihn deine Barmherzigkeit gegenüber den Kranken und Hilfebedürftigen kundgetan hast. Gib, dass wir, auf seine Fürsprache, erfüllt von deiner Liebe, Jesus, den Barmherzigen Samariter, nachahmen, er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Quelle: ohsjd.org – Tagesgebet)

Eucharistische Anbetung und Gebet für geistliche Berufungen

„Die eucharistische Anbetung bedeutet konkret, eine Herzensbeziehung mit Jesus aufzubauen, der in der Hostie wahrhaft präsent ist … Eucharistische Betrachtung heißt, einen anschauen, der mich anschaut.“

P. Raniero Cantalamessa, Prediger des Päpstlichen Hauses

Herzlich laden wir ein, am Donnerstag, 27. Februar 2020, vor dem Allerheiligsten Anbetung zu halten, und Gott, unseren barmherzigen Vater, um Arbeiter in seinem Weinberg zu bitten. Die eucharistische Anbetungsstunde findet nach der Feier der heiligen Messe statt, die um 18.00 Uhr beginnt.