Heilige(r) des Tages

15. Oktober
Das Fest der hl. THERESIA VON AVILA, + 1582.
Theresia wurde 1515 in Avila geboren. In ihrer Familie las man die Heilige Schrift, aber auch Vergil und Cicero; es war die Zeit des Humanismus und der Renaissance. Mit neunzehn Jahren trat Theresia bei den Karmelitinnen von Avila ein. Ihre große Bekehrung erlebte sie um 1555, als sie eines Tages das Bild des Heilands an der Geißelsäule erblickte. Von da an stürmte das Göttliche mit solcher Gewalt auf sie ein, dass sie selbst und andere darüber erschraken. Ihre Visionen wurden von anerkannten Theologen als echt und ihre Lehre als mit dem katholischen Glauben übereinstimmend erklärt. 1560 legte Theresia - nach einer schrecklichen Vision - das Gelübde ab, immer das Vollkommenere zu tun und die Ordensregel mit größter Treue zu beobachten. In dem Vorhaben, ihren Orden zur alten Strenge zurückzuführen, wurde sie vom hl. Johannes vom Kreuz unterstützt. Über ihr Leben und ihr Reformwerk hat sie selbst in klassischem Spanisch berichtet. Ihr wichtigstes Buch, 'Der Weg der Vollkommenheit', erschien 1573. Theresia war eine außergewöhnliche Frau mit einem leidenschaftlichen Herzen, einer klaren Intuition und einem erstaunlichen Organisationstalent. Sie starb 1582. Papst Paul Vl. hat sie 1970 zusammen mit Katharina von Siena zur Kirchenlehrerin erhoben.
Das Gedächtnis der hl. Äbtissin THEKLA, + um 790. 
Thekla stammte aus vornehmer angelsächsischer Familie und trat, wie ihre Verwandte Lioba, ins Kloster Wimborne in Südengland ein. Ihr folgte sie auch nach Deutschland ins hessisch-fränkische Missionsgebiet des hl. Bonifatius. Zuerst in Tauberbischofsheim tätig, wurde Thekla um 750 Äbtissin von Kitzingen und Ochsenfurt, wo sie vor allem als Lehrerin und Helferin der Kranken hervortrat.