Heiliger des Monats Juni 2023: >> Seliger Julius Hossu <<



Julius Hossu absolvierte seine akademische Ausbildung in Klausenburg – dem heutigen Cluj-Napoca -, in Budapest, an der Universität in Wien und an der Päpstlichen Universität Urbania in Rom – damals beheimatet im Palazzo di Propaganda Fide. 1906 promovierte er in Philosophie, 1908 in Theologie, 1910 weihte ihn sein Onkel Basil Hossu, der Bischof von Gherla, zum Priester. Julius wurde dann in der Verwaltung des Bistums tätig. 1914 bis 1917 war er Militärkaplan für die rumänischen Soldaten in der österreichisch-ungarischen Armee. 1917 wurde er Nachfolger seines Onkels als Bischof von Gherla für die Katholiken des byzantinisch-rumänischen Ritus. Er verlegte 1924 den Bischofssitz nach Klausenburg / Cluj, was 1930 zur Neubenennung des Bistums als Cluj-Gherla führte. Von Juli 1930 bis Januar 1931 wirkte Julius Hossu zudem als Apostolischer Administrator des neu errichteten Bistums Maramureș mit Sitz in Baia Mare. 1936 wurde er zum Päpstlichen Thronassistenten ernannt, einem Ehrentitel des päpstlichen Hauses. 1941 bis 1947 war Julius Hossu auch Administrator des Bistums Oradea.

Nach der Machtübernahme der kommunistischen Regierung in Folge des 2. Weltkrieges versuchte diese, eine Trennung der rumänischen griechisch-katholischen Kirche von Rom und deren Anschluss an die Orthodoxe Kirche des Landes zu erreichen. Ministerpräsident Petru Groza bot Julius Hossu – den er schon aus Jugendjahren kannte – an, orthodoxer Metropolit von Moldawien zu werden. Hossu lehnte das ab und bat stattdessen, die Theologische Akademie in Cluj wieder eröffnen zu können. Dann widersetzte er sich auch den Versuchen, griechisch-katholische Gläubige in die rumänisch-orthodoxe Kirche zu überführen. Im Oktober 1948 wurde er in Bukarest verhaftet und im Dragoslavele-Gefängnis eingesperrt, 1950 ins Gefängnis nach Sighetu Marmației verlegt. Von 1955 bis 1956 musste er unter Hausarrest im orthodoxen Kloster in Curtea de Argeș leben. Nachdem er im August 1956 vor der Piaristenkirche in Cluj-Napoca zusammen mit zwei anderen griechisch-katholischen Bischöfen eine Messe gefeiert hatte, wurde er im orthodoxen Kloster Căldărușani in Gruiu wieder unter Hausarrest gestellt. Am 28 April 1969 wurde er von Papst Paul VI. zum Kardinal in pectore ernannt, d. h. zu einem Kardinal, dessen Ernennung nicht öffentlich gemacht wird. Paul VI. wollte ihn damit wissen lassen, dass er in Rom jederzeit willkommen wäre, Hossu aber wollte sein Land und seine Gläubigen nicht im Stich lassen. Er starb im Colentina-Hospital in Bukarest.

Julius Hossu wurde in einem Familiengrab auf dem Friedhof Bello in Bukarest bestattet. 1982 wurden seine Gebeine in ein für ihn allein errichtetes Grab gelegt. Das frühere Gefängnis in Sighetu Marmației ist heute eine Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus. Historikern zufolge wurden zwischen 1950 und 1964 auch mehr als 2000 orthodoxe Priester ins Gefängnis gesteckt, Bischöfe starben unter nie geklärten Umständen, andere wurden unter Hausarrest gestellt.

Die Seligsprechung von Julius Hossu erfolgte zusammen mit sechs weiteren griechisch-katholischen Bischöfen aus Rumänien.

Kanonisation: Papst Franziskus sprach Julius Hossu und seine sechs Gefährten am 2. Juni 2019 im Park Freiheitsebene in Blaj selig.


Gebet zum Seligen Julius Hossu

Allmächtiger Gott, sieh gnädig auf deine Kirche und gib, dass sie allezeit dein heiliges Volk bleibt, dessen Einheit ihren Ursprung hat in der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Offenbare durch sie der Welt das Geheimnis deiner Einheit und Heiligkeit und vollende uns in deiner Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Tagesgebet am Gedenktag des Seligen)

Heiliger des Monats Mai 2023: >> Heiliger Philipp Neri <<

Philipp Romolo de Neri war Sohn eines Notars, verlor schon früh seine Mutter und wurde von der Stiefmutter erzogen. Er besuchte die Schule der Dominikaner an San Marco in seiner Heimatstadt Florenz, wo ihn deren Leiter, der später auf dem Scheiterhaufen verbrannte Savonarola, faszinierte. Bei einem Onkel absolvierte er eine dreijährige kaufmännische Lehre in der Nähe des Klosters Montecassino, wo er viel Zeit im Mutterkloster des Benediktinerordens verbrachte und vom klassischen Ideal des Einsiedlerlebens angesteckt wurde; er erlebte eine Bekehrung, die er als Gabe der Inbrunst schildert.

Arm und mittellos ging Philipp 1533 nach Rom, dort war er 16 Jahre lang als Erzieher tätig in der Familie des Adeligen Galeotto Caccia, der ebenfalls aus Florenz stammte, und erlebte in dieser Zeit mehrere Marienerscheinungen. 1534 bis 1537 besuchte er Vorlesungen in Theologie und Philosophie an der Päpstlichen Universität Sapienza und bei den Augustinern, lernte Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens, kennen und kümmerte sich um Arme und Kranke im Hospital San Giacomo degli Incurabili. Noch während seines Studiums verkaufte er alle seine Bücher außer der Bibel, gab den Erlös den Armen und widmete sich der religiösen Unterweisung des Volkes auf der Straße. Entsprechend seinem sonnigen Naturell führte er heitere, witzige und schlagfertige Gespräche mit Straßenjungen und einfachen Leuten, aber auch mit Kaufleuten und Künstlern, was ihm den Beinamen der lachende Heilige eintrug.

Zunehmend wurden Philipp mystische Gnadenbeweise zuteil, so in den Katakomben des Sebastian, wo sich zwei Rippen über seinem Herzen stark wölbten, ohne Schmerzen zu verursachen. Ohne Unterlass betete er – gerne in der Kirche Sant’Eustachio, einem Zentrum der caritativen Arbeit in Rom – manchmal schlief er in einer Kirche, um auch im Schlaf Gott nahe zu sein. Sein Leben kam dem eines Narren um Christi willen nahe.

1548 gründete Philipp gemeinsam mit seinem Beichtvater die Confraternità di SS. Trinità, die Bruderschaft der Heiligsten Dreieinigkeit, eine Gesellschaft von Laien zur Betreuung von bedürftigen Rompilgern, Kranken und Armen; im Heiligen Jahr 1550 bewährte sie sich besonders. 1551 empfing Philipp die Priesterweihe und schloss sich bald darauf der Gemeinde an der kleinen Kirche San Girolamo della Carità in Rom an. Seine Versammlungen und Gottesdienste mit Lobliedern und Gebeten in der Volkssprache wurden so beliebt, dass 1552 über dem Kirchenschiff ein zusätzlicher Raum eingerichtet werden musste, um die wachsende Zuhörerschaft unterzubringen.

In diesem Raum, dem Oratorium, entstand eine Wohngemeinschaft Gleichgesinnter des Dritten Weges neben Laien und Orden, innerlich zusammengehalten von gemeinsamem Glaubensgespräch, von Beten und Bibelbetrachtung. Das Oratorium wurde zum Mittelpunkt der Tätigkeit Philipp Neris, die auch geistliche Lieder umfasste, wovon sich der Begriff Oratorium als musikalische Gattung ableitet. 1552 gründete er seine Weltpriester-Kongregation der Oratorianer, die 1575 vom Papst bestätigt wurde. Ihre Aufgabe war, dass die Priester durch tägliches Gebet, geistliche Diskussionen und unermüdliche Abnahme der Beichte das Heil förderten. Philipp selbst verbrachte bis zu 15 Stunden am Tag im Beichtstuhl, denn die persönliche Seelsorge war für ihn der Schlüssel zu neuer Christianisierung.

1558 gestattete Papst Paul IV. der Bruderschaft der Heiligsten Dreieinigkeit die dauerhafte Nutzung der 1186 erstmals erwähnten Kirche San Benedetto, der heutigen Kirche Santissima Trinità dei Pellegrini, 1559 wurde neben der Kirche das neue Pilgerhospiz errichtet und schon 1575 erweitert. Philipp empfing die Pilgern oft schon an der Milvischen Brücke und zeigte ihnen den Weg zu seinem Hospiz; dort wusch er ihnen die Füße – nach diesem Vorbild taten es später auch Papst Klemens VIII. im Heiligen Jahr 1600, Königin Christine von Schweden im Heiligen Jahr 1675 oder Maria Christina von Savoyen, die spätere Königin beider Sizilien, im Heiligen Jahr 1825. Im Heiligen Jahr 1575 seien bereits 170.000 Pilger zu Gast gewesen sein, im Heiligen Jahr 1825 waren es 263.000. 1870 bei der Vereinigung Italiens wurde er enteignet und geschlossen.

In Philipps Oratorium wurden völlig neuartige pastorale Initiativen gewagt: Predigten und Beichte für Kinder, das Kirchenjahr als Gliederung des Jahreslaufes, Frömmigkeit im Alltag der Welt, das Idealbild der Märtyrerkirche als Vorbild für die Gemeinde; die Päpste Paul IV. und Paul V. übten Kritik, andere Menschen schlossen sich fasziniert der Bewegung an. Karl Borromäus, Franz von Sales und Ignatius von Loyola erhielten entscheidende Anregungen für ihr Wirken, Papst Clemens VIII. holte Philipp als Berater für die geplanten Reformen.

Im Mittelpunkt von Philipps Frömmigkeit stand das Pfingstwunder und besonders die Verehrung der Maria. Erzählt wird, wie er an einem sehr heißen Sommertag eine Pilgergruppe auf ihrer Wallfahrt zu den sieben Pilgerkirchen in Rom begleitete; es war so heiß, dass vor Erschöpfung fast niemand mitbetete; da nahm er sein Birett, warf es in die Luft, sprang hinterher, fing es auf und rief: Paradiso, paradiso!. Alle lachten und klatschten in die Hände, dann gingen Gebet und Wallfahrt fröhlich weiter. Heute steht an dieser Stelle eine kleine Kapelle mit einer Marmortafel, eingemeisselt: Paradiso, paradiso. Bekam ein Kranker keinen Besuch, dann besuchte Philipp ihn, munterte ihn auf und tröstete, las ihm aus der Bibel vor oder machte ein Späßchen. Er hatte stets ein offenes Ohr auch für junge Menschen und kümmerte sich um arme und verwahrloste Kinder und Jugendliche.

Zwischen 1564 und 1575 war Philipp auch Pfarrer der Kirche San Giovanni dei Fiorentini in Rom, wo er ein weiteres Oratorium einrichtete. Die ihm mehrfach angebotene Kardinalswürde lehnte er ab. 1575 – dem Oratorium hatten sich inzwischen mehr als 100 Weltpriester angeschlossen – begann er, unterstütz durch Papst Gregor XIII. und mehreren Kardinälen, mit dem Bau der wuchtigen Kirche Santa Maria in Vallicella, auch Chiesa Nuova genannt, an die ab 1577 das an San Girolamo della Carità gegründete Oratorium verlegt wurde.

Philipp tat alles, um nicht als Heiliger zu wirken; so erschien er mal mit halb-rasiertem Bart, mal mit Pelzmantel im Sommer, mal mit rosa Filzpantoffeln. Er tat nichts Ungewöhnliches, aber das immer ungewöhnlich gut nach seinem Motto: Das Gewöhnliche ungewöhnlich gut tun und dabei fröhlich bleiben. Die am praktischen Leben orientierte und humorvoll die wunden Punkte bei den Menschen aufzeigende Art Philipps prägte sein Oratorium und wirkte weit darüber hinaus. Die von Jesus Christus geforderte Selbstverleugnung sah er nicht nur in asketischer Lebensweise verwirklicht, sondern auch darin, dass man als Christ sich nicht zu schade ist, sich der öffentlichen Lächerlichkeit preiszugeben, selbstironisch zu reden und zu handeln und so Demut zu üben.

Als Philipp mehrere Kardinäle empfing, machte er sich über deren Gewänder lustig und trug selbst ein rotes Hemd – sehr zum Missfallen der hohen Herren. Einem Adeligen, der ins Oratorium eintreten wollte, trug Philipp auf, mit einem Fuchsschwanz an seiner Jacke durch Rom zu gehen; der Antragsteller lehnte ab, er wolle sich nicht lächerlich machen, und wurde nicht in die Gemeinschaft aufgenommen. Philipp wusste, dass theoretische Ermahnungen, Verweise auf Orthodoxie und erhobene Zeigefinger menschliche Herzen nicht erreichen, dagegen Fröhlichkeit die Grundhaltung ist, die das Wachstum des Glaubens fördert und auch für die Gemeinschaft heilsam ist. Johann Wolfgang von Goethe erklärte Philipp in seiner Italienischen Reise zu seinem Lieblingsheiligen, oft bezeichnete man ihn als Spaßmacher Gottes.

Philipp starb am Fronleichnamstag an Blutsturz. Zu seiner Beisetzung kam eine unübersehbare Menschenmenge; dass er beim Volk Pippo buone, der gute Philipp genannt wurde, zeigt seine Beliebtheit; er gilt als der zweite Apostel Roms; in seiner Chiesa Nuova ist der goldene Schrein mit seinen Gebeinen zu finden. Die von ihm verfassten Schriften ließ er kurz vor seinem Tod verbrennen, erhaltene Gebete und Sinnsprüche – von ihm Maximen genannt – wurden anlässlich des Seligsprechungsverfahrens neu gesammelt. Die von Philipp gegründete Gemeinschaft wurde 1575 von Papst Gregor XIII. als Kongregation des Oratoriums anerkannt. 1586 kamen die ersten Oratorianer auf Einladung von Erzbischof Annibale nach Neapel, wurden hier als Girolamini bezeichnet und begannen mit dem Bau einer kleinen Kirche, aus der die heutige Kirche dei Girolamini wuchs; 1668 wurde Philipp zum Patron der Stadt erklärt.

Das Geburtshaus von Philipp in Florenz wurde später in den Komplex des Klosters Sant’Elisabetta delle Convertite einbezogen. Kardinal Augustin Valerio aus Venedig verglich Philipp Neri um 1580 in seinem Gedicht Philipp oder der Dialog von der christlichen Freude mit Sokrates, dem großen altgriechischen Philosophen.

Am 11. Mai 1615 wurde Philipp von Papst Paul V. selig- und am 12. März 1622 zusammen mit Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Teresa von Ávila und Isidor von Madrid von Papst Gregor XV. heiliggesprochen.



Gebet zum Heiligen Philipp Neri

Schau herab vom Himmel, heiliger Vater, von der Höhe jenes Berges in die Tiefe dieses Tales, von jenem Hafen der Ruhe und des Friedens auf dieses bewegte Meer. Da nun das Dunkel dieser Welt Dich nicht mehr hindert, alle Dinge zu durchdringen, sieh herab mit Deinen gütigsten Augen, Du treuester Verwalter, und suche diesen Weinberg heim, den Deine Rechte unter solchen Mühen, Ängsten und Gefahren gepflanzt hat. Denn bei Dir suchen wir Zuflucht und erbitten von Dir Hilfe; Dir übergeben wir uns ganz und gar; Dich erwählen wir zu unserem Beschützer und Verteidiger.
Nimm Dich der Sache unseres Heiles an, behüte Deine Schutzbefohlenen! Zu Dir rufen wir als unserem Führer: Lenke die kämpfende Schar gegen den Ansturm des bösen Feindes! Dir, o gütigster Lenker, übergeben wir das Steuerruder unseres Lebens: Leite dieses kleine Schiff, das Dir gehört. Und von der Höhe aus, in der Du weilst, halte fern von uns all die Klippen ungeordneter Begierden, sodaß wir unter Deiner Führung und Leitung unversehrt in den Hafen der ewigen Seligkeit gelangen mögen.
Amen.

Heilige des Monats März >> Heilige Franziska von Rom <<

Franziska war die Tochter der Adelsfamilie Bussa de‘ Buxis de‘ Leoni, die zu den Grundbesitzern und Kaufleuten gehörte, die im 14. Jahrhundert in Rom Einfluss gewonnen hatten, jedoch durch die Rückkehr des Papstes aus Avignon 1377 an Gewicht verloren. Von Kindesbeinen an zog es Franziska zum Ordensleben, oft spielte sie Märtyrerin. Im Alter von zwölf Jahren wurde sie aber mit Lorenzo de‘ Ponziani verheiratet und war dann 40 Jahre lang Ehefrau und wurde Mutter von sechs Kindern; zwei davon starben in jungen Jahren an der Pest.

Franziskas und ihre Schwägerin Vannozza widmeten sich intensiv der Krankenpflege, besuchten häufig die Hauptkirchen der Stadt und strebten danach, in ihrem eigenen Haus eine Form der Laienaskese nach dem Vorbild der Paula von Rom aus den Anfängen des Christentums zu verwirklichen. Die beiden Frauen hatten verständnisvolle Männer, die sie gegen Anfeindungen aus der Familie und der Stadt in Schutz nahmen, denn eine fromme Frau passte nicht so recht in das Rom jener Zeit: die Kirche befand sich in jämmerlichem Zustand, es war die Zeit des Abendländischen Schismas mit zwei, zeitweise drei Päpsten; Rom war zerstört, Schafe weideten im Petersdom, Wölfe streunten durch die Stadt, die Pest suchte ihre Opfer.

Franziska verbrachte den Tag mit Gebet, im Dienst an Armen und Kranken und als Hausfrau, sie soll täglich nicht mehr als zwei Stunden geschlafen haben. Ab 1415 wurden ihr mehrere Marienerscheinungen zuteil. Aus einem Teil ihres Palastes nahe der Basilika Santa Cecilia in Trastevere in Rom machte sie 1417 ein Krankenhaus und kümmerte sich um die Pestkranken. Durch ihre Gabe, Krankheiten und v. a. Frauenleiden zu heilen, galt sie bereits zu Lebzeiten als Wundertäterin.

1425 gründete Franziska die Compania delle Oblate del Monastero Olivetano di Santa Maria Nuova, die Gemeinschaft der Oblatinnen des Olivetanerklosters an (der Kirche) Santa Maria Nuova – der heute nach Franziska benannten Kirche Santa Francesca Romana – nach der Regel der Benediktiner; deren Mitglieder schlossen sich 1433 zusammen zum gemeinsamen Leben in einem von Franziska gekauften, heute noch bestehenden Haus in der Vorstadt Tor de‘ Specchi, um ihre caritative Tätigkeit auszubauen; diese Gemeinschaft wurde noch 1433 vom Papst bestätigt. 1436 starb Franziskas Mann an den Folgen der Verletzungen, die er während der Besetzung Roms durch neapolitanische Truppen Anfang des 15. Jahrhunderts erliten hatte; als ihre Schwiegertochter sie aus dem Haushalt vertrieb, wurde Franziska Nonne, alsbald Oberin ihrer nun Nobili Oblati di Tor de‘ Specchi, Vornehme Oblaten am Tor de‘ Specchi genannten Gemeinschaft, des weiblichen Zweigs des == Olivetanerordens.

Franziska war mystisch begabt: Ihre von ihrem Beichtvater Giovanni Mattiotti gesammelten Visionen enthalten viele lehrhafte Elemente und stehen vorwiegend mit den Hauptfesten des Kirchenjahres in Zusammenhang; oft wurde sie von teuflischen Visionen gequält, die sie zeitlebens erzittern ließen, aber die letzten Jahre ihres Lebens sah sie ständig einen Engel an ihrer Seite, in dessen Licht sie auch dunkle Gassen nicht fürchten musste und sogar auch nachts lesen und schreiben konnte.

Franz von Sales bezeichnete Franziska als eine der größten Heiligen. Nachdem man ihre Gebeine 1638 wieder aufgefunden hatte, wurde Franziska in der damaligen Kirche Santa Maria Nuova in Rom bestattet, die später nach ihr benannt wurde. Am Sonntag nach ihrem Gedenktag wird unweit davon eine Autosegnung vollzogen. Ihr Patronat für Autofahrer beruht wohl auf ihrer Fähigkeit zur Bilokation – an mehreren Orten gleichzeitig zu sein -, was an an ein schnelles Auto erinnert, oder darauf, dass sie stets einen Schutzengel hatte, oder darauf, dass ihre Schwiegertochter Mobilia hieß.

Die Kirche des Klosters Tor de‘ Specchi in Rom, Santa Maria Annunziata a Tor de‘ Specchi, ist nur an Franziskas Gedenktag, dem 9. März, geöffnet. (2017)
Die Kirche Santa Francesca Romana liegt innerhalb des Ausgrabungsgeländes Forum Romanum; dieses kann täglich ab 8.30 Uhr besucht werden, die Schließung erfolgt von April bis September um 19 Uhr, sonst früher je nach Einbruch der Dunkelheit, der Eintritt beträgt – einschließlich Besuch des Kolosseums – 12 € und kann teilweise nur mit Bank- oder Kreditkarte bezahlt werden.

Gebet zur heiligen Franziska von Rom

Allmächtiger Gott, die heilige Franziska von Rom hat uns in der Ehe wie auch im Ordensstand ein Beispiel christlichen Lebens gegeben. Gib deinen Gläubigen die Gnade, in jedem Stand und Beruf dir treu zu dienen, stets auf dich zu schauen und deiner Führung zu folgen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.